Ostküste 2016

Entspannung mit Indris

Indri
Indri

Bis um acht finden sich alle so langsam zum Frühstück ein. Wie immer im Palmarium wird reichlich aufgetischt, am Frühstück wird hier nicht gespart. Heute haben wir viel vor, aber alles ganz gemütlich. Vor Tanalas und meinem Bungalow finden sich nach dem Frühstück etliche Lemuren ein. Zwei hübsche, neugierige Kronenmaki-Männchen, das dazu passende Weibchen sowie – die kenne ich hier noch nicht –  eine kleine Gruppe Eulemur fulvus, braune Makis. Sie turnen durch die Bäume um unsere Veranda und stibitzen eine herumliegende Banane.

Mit Olivier und einer bunt gemischten Truppe aus Chrissi, Kurt, Ines, mir und einem weiteren Gast geht es dann noch in den Regenwald. Auf den flachen Wegen lässt es sich prima laufen, und anstrengend ist es auch nicht wirklich. Olivier imitiert die Rufe der Indris, um sie anzulocken. Wir laufen eine ganze Weile im Zickzack auf Waldpfaden, dann verschwindet Olivier plötzlich. Und kommt auch erstmal nicht mehr wieder. Dafür taucht Bruno von der zweiten Gruppe auf, und sammelt uns einfach mit ein. Er hat die Indris schon gefunden.

Eulemur fulvus
Eulemur fulvus

Drei der sanften, großen Lemuren sitzen in den Bäumen des Tieflandregenwaldes. Sie sind immer wieder bezaubernd, egal wie oft ich sie schon besucht habe. Die sanften, schwarzen Finger, die großen, grünen Augen und das weiche Fell… einfach zauberhafte Wesen. Und alle sind verzaubert, im wahrsten Sinne des Wortes. Ines vergisst erstmal das Fotografieren, und Chrissi bekommt ein seliges Lächeln gar nicht mehr aus  dem Gesicht. Sie sind schon besonders, die Indris. Nachdem Bruno seine zwei, drei Bananen verteilt hat (mehr gibt es nicht, denn die Tiere sollen sich ihr Futter nach wie vor selbst suchen), dauert es einen kurzen Moment, bis die drei Indris weiter nach oben in die Bäume springen. Von dort beobachten sie noch eine Weile, dann bewegen sie sich mit riesigen Sprüngen durch die Bäume davon.

Indri
Indri

Mit den Gedanken noch bei den Indris, laufen wir mit Bruno noch in Richtung Strand. Eine Treppe geht es herunter, und dann am Strand entlang. Es fängt an zu tröpfeln, die Luftfeuchtigkeit steigt. Ich fange langsam an zu schwitzen. Der Wasserstand des Sees ist heute sehr hoch, so dass es eine kleine Kletterpartie über Felsen ist, weiter hinten an den Strand zu gelangen. Kurt, unser Ü80-Urlauber, macht die Hangelei am meisten Spaß. Er ist früher gerne Klettern gewesen, erzählt er.  Hinter den Felsen biegen wir in das sumpfige Gelände mit den Kannenpflanzen ab. Ein paar große Madagaskarleguane klettern auf dem Totholz am Strand herum, und sogar ein paar Frösche finden sich in den kleinen Bäumen in Strandnähe. Als es immer mehr tröpfelt, kehren wir zum Restaurant und den Bungalows zurück. Am Wegesrand entdecke ich noch einen Ebenavia inunguis, einen clawless gecko.

Wir sind gerade unter dem Dach des Restaurants angekommen, als der Himmel alle Schleusen öffnet: Ein riesiger Wolkenbruch ergießt sich über das Nest der Träume. Die zweite Gruppe war weniger glücklich, und ist in den Regen hineingeraten. Sie sind klatschnass geworden. Aber wozu gibt es hier warme Duschen und trockene Bungalows? Der Regen hält zum Glück nur kurz an. Am Nachmittag kommt die Sonne wieder heraus. Markus, Martin, Tanala, Chrissi und ich gehen zum See, um eine Runde zu schwimmen. Daraus wird dann doch mehr ein Plantschen, denn das Wasser ist warm wie eine Badewanne. Am Strand stehen zwei kleine Bananeblatt-Unterstände, und ich gehe zur ersten, um mein Handtuch im Schatten auszubreiten. Das lasse ich dann ganz schnell, als ich die Nephila-Kolonie unter dem Dach entdecke. Hunderte von Seidenspinnen kleben unter dem Dach, viele Eikokons sind dabei – uuahahha…. Da nehm ich doch lieber das zweite Dach. Wir schieben eine der Bänke herüber, und dann ist einfach nur Entspannung angesagt.

Das Abendessen krönt den schönen Tag noch: Es gibt Zebusteak mit Christophine-Salat, und danach eine Bananentarte mit Schokolade und Kokoskrümel. Ich bin megamüde. Deshalb gehe ich nach dem Essen ziemlich schnell ins Bett. Und dann kämpfe ich noch eine Runde mit dem Moskitonetz, das am Kopfende einfach nicht zu bleiben will. Draußen fängt es wieder an zu regnen. Dicke Regentropfen prasseln auf das Dach des Bungalows. Das monotone Tropfen lässt mich schnell einschlafen.

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Veröffentlicht von Alex

Alex ist 31 Jahre alt, wohnt in der Nähe von Mainz und ist im echten Leben fernab des Urlaubs Tierarzt mit Faible für Reptilien. Sie fotografiert und reist gerne, und so entstand auch dieser Blog. Nebenbei hält sie selbst Chamäleons zu Hause, schreibt an wissenschaftlichen Veröffentlichungen, betreibt ein kostenloses OnlineMagazin und erstellt Malbücher für madagassische Kinder.