Nordwesten 2020

Ein sanfter Start in den Urlaub

Irgendwo zwischen Paris und Antananarivo

Der Tag beginnt früh und endet spät. Um kurz vor vier Uhr morgens bringt das Taxi Tanala, Chrissi und mich zum Flughafen Frankfurt. Wo wir dann – wie immer etwas zu früh – eine gute Stunde vor dem verwaisten Air France-Schalter warten. Seit zwei Jahren ist die vor mir liegende Reise geplant und immer wieder verbessert worden. Entsprechend lange freue ich mich schon darauf.

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Schlange am Spieß

Der Tag beginnt völlig in Ruhe. Um Neun stehe ich langsam auf, frühstücke in einem abgetrennten Teil des Hotel-Restaurants – es wird gerade renoviert – und schaue kurz mal durch den Garten. Apropos renovieren, es tut sich gerade sehr viel im Raphia.

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Platzregen im Trockenwald

Das nördliche Hochland Madagaskars

Um halb vier bin ich ins Bett gegangen, um halb sieben stehe ich schon wieder auf. Ich sortiere kurz mein Gepäck um. So viel ist nicht mehr über, wenn man Mitbringsel, Geschenke und Equipment fürs Camping abzieht. Ich habe ein bisschen Kopfschmerzen. Aber eine Dusche und Frühstück werden’s schon richten.

Zu meinem Erstaunen ist unser Team unglaublich früh da. Sogar vor der vereinbarten Zeit.

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Wo die Suche ewig währt

Die ganze Nacht hat es geregnet. Als ich aufstehe, befindet sich ein kleiner See im Vorzelt. Für die Menge Regen heute Nacht ist das neue Zelt aber erstaunlich trocken geblieben. José ist mal wieder weggeschwommen, Markus‘ Zelt ist obwohl nagelneu von unten innen nass geworden, samt Matratze. Der Regen hat reichlich Blätter und eine Unmenge kleiner, grüner Früchte von den Bäumen mitgerissen. Auch ein großer Ast ist abgebrochen und liegt zwischen den Zeltunterständen.

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Die Tafelberge von Mahajanga

Als es hell wird, kommt die Disko in Ampijoroa endlich zu einem späten Ende. Etliche Leute laufen über den Campground, um zurück in Richtung ihrer Dörfer oder zur Taxibrousse-Station zu kommen. Das mögen die Hunde des Campgrounds gar nicht. Wild bellend und knurrend toben sie zwischen den Zelten herum – der jüngste Rüde übertreibt dabei ein bisschen und bellt auch noch, als längst alle „Eindringlinge“ verschwunden sind.

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Pool, Lemuren und Chamäleons

Als ich aufstehe, sind schon jede Menge Boote hinter der Bucht unterwegs. Es ist längst hell draußen, der Himmel ist blau und das Meer glitzert in der Sonne. Libellen fliegen durch die Luft direkt vor der Terrasse. Die Terrassentür war die ganze Nacht offen, ein schöner Wind hat für angenehme Temperaturen gesorgt. Und der Ventilator war natürlich auch nicht übel.

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Die Bucht von Bombetoka

Viel zu früh bin ich beim Frühstück im Restaurant. Außer mir und Tanala ist mal wieder keiner da. Gut, das morgendliche Treffen war auch für halb Acht ausgemacht und irgendwie ist es erst halb Sieben. Also ist Warten angesagt. Beim Frühstück nehme ich heute nur das kleine Frühstück. Das enthält Viennoiserie, frisch gepressten Ananassaft und Tee. Ersteres bedeutet einfach nur „feine Backwaren“ und entpuppt sich als Teller voller kleiner Leckereien: Ein Mini-Schokocroissant, ein Törtchen, ein normales Minicroissant und ein Madeleine. Für den normalen Menschen reicht das völlig als Frühstück.

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Ein wiederentdecktes Chamäleon

Voeltzkows Chamäleon

Ich bin mal wieder sehr früh wach. Nach einer kurzen Dusche und Zähneputzen schlendere ich zum Niedrigdachrestaurant rüber. Weit und breit ist niemand zu sehen. Ich setze mich auf den Betonboden direkt vor der Hütte und schreibe an meinem Tagebuch. Ein paar Bienenfresser fiepen in den Bäumen kein zehn Meter von mir. Etliche Segler sind unterwegs, aber ich kenne die Art nicht. Es sind graue Vögel mit auffällig roten Schwingen. Vom Sturm in der Nacht ist nur ein laues Lüftchen geblieben. Dimby und José stehen gerade auf, etwas später setzen sie sich auf die alte Schaukeln gegenüber des Restaurants. Und warten ebenfalls.

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Bootsfahrt mit Hindernissen

Unser Plan für heute war: Sieben Uhr Frühstück, acht Uhr am Boot. Um sieben sind alle Deutschen und Amerikaner da (zu warm zum Schlafen), nur die Madagassen sind noch nicht mal aufgestanden. Das tut der guten Laune der Gruppe keinen Abbruch. Das Frühstück dauert ja eh länger. Es gibt exakt drei Croissants und „echtes“ Brot lange nach den Omelettes. Danach geht es ans Rechnung bezahlen und auch das dauert auf Katsepy lange. Eine ganze Reihe junger Männer aus dem Dorf sind heute sehr gut gelaunt und tragen derweil schon mal Gepäck zum Boot.

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Schlechte Nachrichten

Es ist gerade mal halbs sechs, als Tanala und ich samt unserem Gepäck auf dem roten Laterit des Parkplatzes auftauchen. Es ist so früh, weil unser Weg nach Antsohihy heute ziemlich weit ist und wir, wenn möglich, alles noch im Hellen fahren wollen. Nach und nach trudeln Markus, Chrissi, Martin, Lars und Jutta ein. Um sechs Uhr ist kein Madagasse weit und breit in Sicht.