Nordwesten 2020

Wo die Suche ewig währt

Die ganze Nacht hat es geregnet. Als ich aufstehe, befindet sich ein kleiner See im Vorzelt. Für die Menge Regen heute Nacht ist das neue Zelt aber erstaunlich trocken geblieben. José ist mal wieder weggeschwommen, Markus‘ Zelt ist obwohl nagelneu von unten innen nass geworden, samt Matratze. Der Regen hat reichlich Blätter und eine Unmenge kleiner, grüner Früchte von den Bäumen mitgerissen. Auch ein großer Ast ist abgebrochen und liegt zwischen den Zeltunterständen.

Norden 2019

Ein verwunschenes Inselparadies

Nosy Hara

Mit dem Sonnenaufgang stehe ich auf. Als die Sonne über die Baumwipfel reicht, beginnt der nasse Waldboden zu dampfen. Wasser tropft von den Bäumen, ganze Dampfschwaden ziehen über den Campground. Einzelne Sonnenstrahlen leuchten dazwischen. Es sieht einfach irre aus. Und trotzdem ist es heute Zeit, diesen zauberhaften Ort zu verlassen und aufzubrechen.

Norden 2019

Zur Regenzeit im Regenwald

Kurz nach Sonnenaufgang ziehe ich den Reißverschluss des Zeltes auf. Blauer Himmel spannt sich über den Regenwald, es ist noch ein bisschen diesig. Die Wiese vor dem Zelt ist nass, von den Urwaldriesen tropft es. Nachts hat es eigentlich kaum geregnet, dafür war es erholsam kühl. Kühle in der Nacht sorgt für guten Schlaf nach der Hitze von Ambilobe und Ankarana. Ich steige aus dem Zelt, schnappe meinen Kulturbeutel, ein Handtuch und meine Flip-Flops, dann laufe ich zum Wasserhahn ein paar Meter weiter drüben zum Zähne putzen.

Norden 2019

Auf in den Norden

Auf dem Weg nach Antsohihy

Früh bin ich – mit fertig gepacktem Gepäck vor dem Zelt – auf den Beinen. Direkt vor unserem Gemeinschafts-Unterstand springen Coquerel-Sifakas zwischen zwei toten Bäumen umher. In einem anderen, sehr hohen Baum sitzt ein Zimtroller. Der lustige Name bezeichnet einen eher langweilig rostbraunen Vogel mit gelbem Schnabel, Eurystomus glaucurus. Ob er tatsächlich Zimt aus Baumrinde rollt – die passenden Bäume gäbe es hier – bleibt für heute ungeklärt. Ganz kurz gesellen sich zwei Grauköpfchen etwas tiefer im Baum dazu.

Norden 2017

Als das Zelt wegschwamm

Montagne d'Ambre

Offenbar ist der Hahn tot, jedenfalls kräht heute früh keiner. Gefühlt schlafe ich heute echt lange, trotzdem bin ich vor allen anderen wach. Oder zumindest vor der Mehrheit. In der provisorischen Küche wird schon seit fünf Uhr gebrutzelt, weshalb eher kühle Bananen zu haben sind. Gemeinsam mit den anderen frühstücke ich gemütlich, bis gegen Acht die Guides eintrudeln. Und selbstverständlich mitfrühstücken – den Vorteil hat man wohl nur bei uns, wenn man den Anekdoten der dreien von anderen Besuchern lauscht.

Norden 2017

Madagaskars Chamäleonparadies

Calumma ambreense

Ich habe super erholsam geschlafen. Allerdings fängt der Hahn, der wohl gestern im Dunkeln auf dem Dach eines Landcruisers vergessen wurde, schon um Fünf an zu krähen. Zu meinem Erstaunen wurde der Hahn nicht von der Fossa geholt, die hier gerne mal nachts um die Zelte schleicht. Eventuell ist daran der schwarze Hund beteiligt, der neuerdings im Wächterhäuschen schläft. Ich beschließe um halb sechs, den Köchen den Tipp zu geben, dass es heute Hähnchen geben könnte.

Norden 2016

Der Tag der goldenen Schildkröten

Schnabelbrustschildkröte

Wieder beginnt der Morgen mit den Coquerel-Sifakas. Ich habe nach dem Frühstück noch eine kleine Mission vor. Gestern habe ich mit Durrell in Antananarivo telefoniert (auch ein Grund, weshalb ich zur Ambalabongo-Schlucht musste – nur dort gibt es Empfang) und heute darf ich mir ausnahmsweise und nach einer Menge Vorarbeit die Nachzuchtstation für Schnabelbrustschildkröten anschauen. Astrochelys yniphora ist eine der seltensten Schildkröten der Welt. Sie wird nur hier und nirgends sonst gezüchtet, um den Wildbestand im Westen Madagaskars aufrecht zu erhalten. Der ist inzwischen auf unter 200 Tiere geschrumpft.

Norden 2016

In der Ambalabongo-Schlucht

Die Ambalabongo-Schlucht von oben gesehen

Es ist wie immer früh am Morgen, als ich den Reißverschluss meines Zeltes öffne. Draußen sind schon einige unterwegs, denn die Coquerel-Sifakas sind wieder in den Bäumen über dem Campground. Die weiß-braunen Lemuren springen hierhin und dorthin. Scheinbar suchen sie gerade nach einer guten Futterstelle. Ich tue es ihnen gleich und begebe mich zum Frühstück. Eric und Andry haben wieder Crêpes gezaubert und dazu gibt es sogar heiße Schokolade. Heute geht es zur berüchtigten Ambalabongo-Schlucht, da muss man sich vorher gut stärken.

Norden 2016

Es gibt doch Krokodile im Ravelobe

Kochs Taggecko

Um sechs Uhr bin ich schon wieder wach. Irgendwo kräht laut und ausdauernd ein Hahn. Ich schlurfe zur Morgentoilette zum Dusch- und Klohäuschen des Campgrounds. Ein Handtuch im Nacken, die Klorolle unter den Arm geklemmt, die Zahnbürste in der einen und die Kulturtasche in der anderen, wandele ich dann wieder zurück zum Zelt. Ein Abstecher in die Küche verheißt nur Gutes fürs Frühstück. Und das ist wirklich mega super!

Norden 2016

Mondlandschaften

Das nördliche Hochland

Der Tag beginnt schon früh. Ich mummele mein Pain au chocolat von gestern auf. Dimby, Eric, Andry, Mika, Gris und Choa wollten eigentlich um Sechs hier sein. Aber es dauert und dauert. Der Verkehr in Tana ist heute wohl enorm dicht. Erst wesentlich später fährt der erste Toyota Landcruiser in die Einfahrt des Raphia, und nach und nach folgen die anderen. Dimby mit seinem neuen blauen Landcruiser kommt als letztes. Er hat auch José mitgebracht, der uns ebenfalls in den Norden begleiten wird. Man begrüßt sich herzlich, das Gepäck wird auf die Autodächer gehoben und in Planen verschnürt.