Ostküste 2018

Der Tag der Sifakas

Diademsifaka

Gegen vier Uhr weckt mich ein markerschütternder Schrei. Es folgen diverse weitere, bis ich halbwach erkennen kann, worum es sich handelt: Ein Gabelstreifenmaki scheint gerade seinen Unmut über einen Konkurrenten im Revier herauszubrüllen. Ich döse nochmal weg und werde gegen Sechs –etwas liebevoller – vom Gesang der Indris geweckt.

Norden 2017

Der Ruf der Indris

Ich bin heute quasi ausgeschlafen, will heißen, ich war wach, bevor der Wecker geklingelt hat. Nach dem obligatorischen Zebu-Sandwich zum Frühstück sammelt die Gruppe sich am Bus. Diesmal bleiben wir mit Christian und Rapha sitzen, als wir zwei unserer drei Mini-Gruppen in V.O.I.M.M.A. aussetzen. Christian fährt den Bus weiter auf der Straße bis zum Office von Analamazaotra, allerdings nur für die Tickets. Der letzte Zyklon hat die Brücke hinter dem Office mit sich gerissen, und daher gibt es einen provisorischen Eingang weiter vorne an der Straße. Lehmspuren auf der Straße sind immernoch zu sehen, denn der Zyklon hatte auch eine gewaltige Überschwemmung verursacht.

Ostküste 2016

Von Nasenchamäleons und Regenbogenfaltern

Calumma gallus

Schon um fünf ist die Nacht zu Ende. Die nervigen Tschechen von gestern haben noch die halbe Nacht gröhlend und brüllend zwischen den Bungalows verbracht, was auch nach Protest mehrere Bungalow-Nachbarn nicht abriss. Achja, geregnet hat es übrigens nicht. Keinen Tropfen.

Meine Laune bessert sich beim Frühstück, das letzte Zebu-Sandwich für diese Reise wartet. Direkt gegenüber der Terrasse wackelt es auf einmal in den Bäumen. Wieder die Makis? Nein, ein weiß-schwarzer Kopf und ein goldener Arm schauen aus dem grünen Dickicht. Eine Gruppe Diademsifakas hat den Weg an den Rand des Waldes gefunden. Das ist mal ein tolles Frühstück. Die Sifakas tollen durch die Bäume, und dann beginnen die Indris zu singen. Anscheinend haben sich die Sifakas etwas zu forsch in ihr Gebiet vorgewagt. Ein wunderschöner Abschied von Andasibe.

Ostküste 2016

Die Magie der Diademsifakas

Ich liege noch im Bett, als ich die Indris rufen höre. Leise singen sie im Regenwald, und ich beschließe, dass das der richtige Soundtrack zum Aufstehen ist. Nach einer warmen Dusche und Anziehen laufe ich mit Tanala zum Restaurant, wo noch niemand außer uns ist. Nach und nach trudeln alle ein. Während ich gerade in mein Baguette beiße, sehe ich im Augenwinkel etwas gegenüber im Wald hupfen. Bestimmt wieder die Makis, denke ich noch. Aber nein, es sind drei Indris, die sich ausnahmsweise mal am Waldrand gegenüber des Hotels durch die Bäume bewegen.

Nordosten 2014

Mit Popcorntüte im Regenwald

Der Regenwald von Andasibe-Mantadia

Das Feon’ny Ala hat immernoch bleischwere Decken, die viel dünner aussehen als sie sind. Ich wühle mich aus den Decken und dem Moksitonetz, und wenig später sitze ich bei einem Zebu-Sandwich (was sonst) auf der Terasse des Restaurants.

Heute führt uns der Weg in den Analamazaotra Nationalpark, dessen Eingang knapp zwei Kilometer vom Feon’ny Ala entfernt liegt. Kaum sind wir am Park Office angekommen, fällt mir auch hier einiges Neues auf: Die Gebäude sind in einem leuchtenden Orange gestrichen, der Weg in den Park ist mit einem breiten Tor verschlossen und vor dem Office muss man nun durch eine Art Kuhgitter laufen, um dann durch das kleine Museum und zur Hintertür hinaus in den Park zu gelagen. Sogar der Zaun entlang der Straße ist repariert. Ich staune. Und ein neues Schild gibt es auch: Man darf jetzt hier nicht mehr barfuß laufen. Oder so.

Norden 2013

Cholesterin-U-Boote und gelber Regen

Wald in Analamazaotra

Auch der heutige Tag startet erstmal mit einem Zebu-Sandwich, liebevoll Cholesterin-U-Boot getauft. So könnte jeder Tag anfangen! Anto, Andrea und ich fahren mit Patrice und Daddy zum Nationalpark Analamazaotra. Vor dem Parkeingang liegt ein großer Parkplatz, und der ein oder andere französische Tourist scheint sich auch hierhin verirrt zu haben. Ein kleines Museum und ein Toilettenhaus, das war’s. Anmelden muss man sich trotzdem. Praktischerweise sitzt direkt vor dem Eingang schon ein Calumma brevicorne-Weibchen, was sich mächtig über uns aufregt.