Norden 2017

Klopapier zur Carbonara

Diego Suarez

Keine Ahnung, wieviel Uhr es eigentlich ist. Jedenfalls sehr früh, würde ich gefühlt sagen. Die ganze Nacht hat es geregnet und gestürmt. Die Bäume haben ständig geächzt und einiges an Ästen hat es von den Bäumen geweht. Die dicken Trekkingschuhe im Vorzelt anzuziehen, ohne den schlammigen Boden mit den Socken zu berühren, gestaltet sich als kunstvolle Aufgabe. Ein bisschen Akrobatik später stehe ich am Brunnen und putze Zähne.

Norden 2017

Zwischen Panthern und halben Hühnchen

Zwischen Ambilobe und Sirama

Die Nacht war megawarm. Nein, heiß. Rich-tig heiß. Affenhitze. Trotz der Klimaanlage und einem laut scheppernd rotierendem Ventilator an der Decke. Es gab übrigens – wie immer in Ambilobe – doch noch ein paar Stromausfälle in der Nacht. Aber, oh Wunder, diesmal wurde das Notstromaggregat quasi simultan angeschaltet. Als das Wummern des Aggregats langsam verebbt und es hell wird, stehe ich auf. Eine recht große Schabe wohnt seit heute Nacht im Bad. Ich habe sie Elvis getauft. Leider will Elvis heute Morgen einen Ausflug in Tanalas Gepäck unternehmen, weshalb er kurzerhand vor die Tür gesetzt wird. Unser Raum hat außerdem ein kleines Termitenproblem. Überall rieselt schwarzbrauner Staub von der Holzdecke herunter. Wie feiner Sand sind alle Fliesen davon bedeckt. Ich dusche ohne Elvis, dafür mit einem Hauch mehr Wasser als gestern.

Norden 2017

Das Osterwunder von Ambilobe

Pantherchamäleon in den Kakaoplantagen von Ambanja

Es ist Karfreitag. In der Nacht hat sich das Gewitter über Ankify entladen und einen ordentlichen Regenguss über Strand und Hotel gebracht. Der Sand ist noch nass, als ich barfuß in Richtung Parkplatz laufe. Gris und noch irgendwer haben neben den Autos offenbar spontan ein Zelt aufgeschlagen, als es ihnen heute Nacht im Zimmer zu schwülwarm geworden ist. Leider hat auch jemand – und ich hoffe, die zwei waren es nicht – hinter einen unserer Toyota Landcruiser gekackt, entsprechend riecht es auf dem Parkplatz. Nach und nach tauchen Tanala und die Chicken Group ohne Markus auf, dafür gewinnt der morgendliche Frühstücksausflug René und Julia dazu. Die Jungs sind vollzählig, und gemeinsam fahren wir in drei Landcruisern zum Hafen von Ankify.

Norden 2017

Auf zu den Pantherchamäleons

Pantherchamäleon aus Ankaramibe

Das Frühstück nehmen wir heute bei Mamie ein. Gestern sind wir von Ankarafantsika nach Antsohihy gefahren, und eigentlich habe ich den ganzen Tag geschlafen. Abendessen gab es dann bei Mamie, einem kleinen Restaurant am Ortseingang von Antsohihy, und da sind wir auch jetzt schon wieder. Es gibt Baguette mit Omelettes, die Madagassen nehmen lieber Reissuppe mit Zebuspießen. Der Vasa-Papagei vom letzten Jahr scheint übrigens entweder verstorben oder entflohen zu sein. Jedenfalls ist der Käfig, in dem er saß, weg. Stattdessen springt jetzt eine sehr anhängliche Hündin unter dem Vordach zwischen Tischen und Stühlen umher. Sie wirft sich schon auf den Boden, sobald man sich umdreht, und genießt sichtlich das viele Bauchkraulen.

Norden 2016

Schlaglochpiste zum Montagne d‘Ambre

Auf dem Weg zum Montagne d'Ambre

Der Tag beginnt mit dem altbekannten Frühstück auf dem Markt von Ambilobe. Danach geht es den gleichen Weg wie gestern weiter Richtung Ankarana. Die Landcruiser kurven entlang der Marktstände Ambilobes. Es ist früh am Morgen, die Stadt ist voller Menschen. Gelbe Tuk-Tuks drängeln sich über die Straße, Renault R4s tuckern uns entgegen. Ein Mann trägt Luftballons, gruselige aufgeblasene Ballon-Puppen mit grünen Füßen und allerlei Plastikkrempel von Auto zu Auto, um es den Beifahrern anzubieten. Wir fahren vorbei an den Holzwerkstätten. Ganze Bettgestelle liegen und stehen verteilt zwischen fertigen und halbfertigen Stühlen, Tischen und anderem Schreinerhandwerk unter provisorischen Wellblechdächern.

Norden 2016

Das Farbenspiel Ambilobes

Ambilobe

Irgendwann war der Stromgenerator gestern Abend endlich aus, und damit leider auch der Strom. Es wurde wieder heimelig warm – um nicht zu sagen kochend heiß – im Raum und der Schlaf hielt sich bei 32° eher in Grenzen. Als die Sonne aufgeht, stehe ich auf. Es ist unerträglich warm im Zimmer, und draußen zumindest zwei oder drei Grad kühler.

Gegen Sieben holen die Jungs uns mit den Landcruisern ab. Wir fahren auf der Hauptstraße und über eine Metallbrücke nach Ambilobe rein. In Ambilobe selbst parken alle Geländewägen gegenüber der Markthalle. Kleine Läden mit allem möglichen Krempel, von Seife über Alutöpfe und Schöpfkellen bis zu Schuhen, reihen sich eng an eng entlang der gegenüber liegenden Straßenseite.

Norden 2016

Von Kakaoplantagen und Stromausfällen

Pantherchamäleon nahe Ambanja

Das letzte Frühstück im Hafen von Ankify bricht an. Bei Mama Be versammelt sich das übliche Grüppchen, um frittierte Bananen, scharf gewürzte, frisch gegrillte Fische und Reissuppe zu essen und auf wackeligen Hockern und Bänkchen im Schatten zu sitzen. Gut, Reissuppe essen nur die Madagassen. Die Bananen kosten heute ganze 200 Ariary das Stück. Es schmeckt wie immer grandios, und wer hier nicht für unter einen Euro satt wird, hat irgendwas falsch gemacht. Wir verabschieden uns herzlich von Mama Be, und laufen die Straße nach oben zu unseren Autos. Ein paar Gäste warten noch im Hotel und müssen abgeholt werden, dann geht es los.

Norden 2016

Die Insel der Tischdecken

Nosy Komba

Frühstück gibt es für mich heute wieder am Hafen. Fast die gleiche Gruppe aus Tanala, Ines, Steffi, Stefan und den Jungs sitzt wieder auf den zusammengesuchten Stühlen und Bänkchen von Mama Be im Hafen von Ankify. Für mich gibt es Bananen, für Tanala scharfen Sakay-Fisch frisch vom Grill. Die anderen werden später im Hotel abgeholt, für einige war das gestrige Frühstück wohl „zu einfach“. Ich finde es genau richtig.

Norden 2016

Mit dem Boot nach Nosy Be

Ankify

Ich wache noch vor Sonnenaufgang auf, weil vor dem Bungalow Stimmen zu hören sind. Im gedämpften Ton – der offenbar nichts nutzt, ich bin ja schon wach – unterhalten sich mindestens zwei oder drei Leute direkt auf der Terasse des Bungalows. Es sind José, Ines und Tanala, die Fotos des Sonnenaufgangs machen wollen. Ich drehe mich nochmal um und schlafe weiter.

Norden 2016

Zwischen Geckos und Stechmücken

Goldstaub-Taggecko

Um sieben Uhr bin ich ausgeschlafen. Das muss man im Urlaub auch erstmal schaffen. Ich öffne die Tür des Bungalows und stolpere fast über die kläglichen Überreste einer Krabbe. Eine weiße Katze mit bunten Flecken sitzt daneben und beäugt die Beute. Na, vielen Dank auch. Ich finde lebende Krabben hübscher.