Ostküste 2018

Zurück nach Antsirabe

Es geht früh los heute Morgen. Die Porteure tragen bereits fleißig Koffer und Reisetaschen den Hügel nach unten vor die Veranda des Hotels. Ich trage nur mich selbst. Reicht aber schon. Das Huhn am Stock ist verschwunden, vermutlich ist es in irgendeinem Kochtopf gelandet.

Ostküste 2018

Schätze im Hochland

Reisfelder im südlichen Hochland

Die Nacht war eher so lala. Das Bett hat zwar eine Matratze, aber gefühlt habe ich die Nacht mit Rückenschmerzen auf blankem Holz verbracht. Um kurz vor Sieben klingelt der Wecker. Ich tappe ins Bad – falle dabei fast über meine überall im Zimmer verstreuten Sachen – und stelle mich erstmal unter die Dusche. Dann sortiere ich die 61 kg Gepäck neu, oder zumindest alles, was nicht zu den 15 kg Fotorucksack zählt. Meine eigene Tasche wiegt am Schluss keine zehn Kilo, und ist fein säuberlich sortiert. Für sechs Wochen sind die Klamotten etwas sparsam eingepackt, aber die Entscheidung zur Verlängerung des Urlaubs fiel ja etwas kurzfristig. Und irgendwo wird sich sicher jemand finden, der ab und zu die Socken wäscht.

Südwesten 2017

Handwerkskunst

Kurz nach sechs Uhr stehe ich schon auf. Die Nacht hat es wohl geregnet, draußen ist alles pitschnass. Im Restaurant trinke ich eine kleine Cola zum Aufwachen. Während Marco, Anna und Alexandre zum Frühstück eintrudeln und Rührei, Baguette und Marmelade bestellen, kommen schon Dimby, José und unser neuer Fahrer Andry mit einem kleinen, weißen Bus. Zeitgleich taucht Christian auf einem Roller auf – er wollte nur kurz Hallo sagen, da er auf die Südtour nicht mitkommt. Und er schaut keine fünf Minuten in den Garten, und hat schon ein Furcifer oustaleti gefunden – die anderen haben vorher lange erfolglos gesucht.

Ostküste 2016

Wo die Reisfelder leuchten

Teppichchamäleon im südlichen Hochland

Nach einem kleinen Frühstück – für mich nur eine Cola– stehen schon Christian und Rapha bereit. Das Abenteuer geht los, und der lila Hyundai-Bus bewegt sich aus dem engen Tor des Hotels heraus. Der Verkehr von Antananarivo ist wie immer zäh, es ist laut, voll und geht nur langsam voran. Eine Menge Menschen laufen rechts und links der Fahrbahn. Kinder tauchen dazwischen auf, Hunde liegen auf Grünstreifen. Taxi Be und handbetriebene Holzselbstbauten mit Rollen und allerlei Beladung verstopfen die Straße.

Süden 2015

Weiter auf der RN7

Wegstein

Für Antananarivo ist heute ein Zyklon angesagt. Eigentlich ist es viel zu spät im Jahr für Zyklone, und der Wasserstand war ja bereits bei meiner Anreise katastrophal. Ich hoffe, die Vorhersage trifft nicht ein und der Zyklon erwischt die Hauptstadt nicht.  In Ambalavao bekommt man vom schlechten Wetter noch nichts mit. Es ist zwar recht kalt, aber für Europäer zählt das noch als warm. Ich hätte heute Morgen auch gerne warm geduscht, nur leider habe ich vergessen, gestern dafür den Stecker des Boilers einzustecken – jetzt ist er kalt und ewig Zeit zu warten habe ich nicht. Also muss eine kalte Dusche reichen.

Süden 2015

Klettern mit Kattas

Felsen nahe des Anja Community Reserve

Ich bin zum Frühstück gerade so aus dem Bett gekommen. Die Nacht hatte trotz rosa Moskitonetz einige Mückenstiche parat, die jetzt prima jucken. Aber mit Mückenstichen muss man sich auf Madagaskar einfach abfinden, ganz ohne bin ich trotz bemerkenswert dicker Antibrumm-Schichten nie. Zum Frühstück bekomme ich eine weiß-braune, wässrige Brühe vorgesetzt. Ich vermute fast, das dürfte die gestern heiß angepriesene „Schokolade“ sein. Na gut, das mit der Milch ist ja so eine Sache auf Madagaskar. Und ohne Milch kriegt man eben keine gute Schokolade. Man kann nur hoffen, dass Tiko irgendwann wieder an den Markt kommt (die waren früher mal für Milchprodukte auf der Insel zuständig).

Süden 2015

Wie man eine Brücke repariert

Taxibrousse

Um sieben Uhr in der Frühe stehe ich mit gepackten Taschen vor dem Bungalow. Dankenswerterweise bringen Träger unser Gepäck nach unten. Der sintflutartige Regen der Nacht ist in ein leichtes Nieseln übergegangen. Nebel häng in dichten Schwaden über den Bergkämmen – es sieht genauso aus wie als wir hier vor ein paar Tagen ankamen.

Unser Fahrer lenkt den Bus sicher wie gewohnt aus Ranomafana heraus. An einem großen Wasserfall machen wir kurz Halt, um ein paar Fotos zu schießen. Es dauert nur kurz, dann ist die erste Schlange gefunden, undein junges Calumma oshaughnessyi ist erspäht. Auf der steinernen Brüstung an der Straße läuft ein großer Tausendfüßler. Moos wächst über die Straßenbegrenzung, und der Fluss rauscht geräuschgewaltig vor uns in die Tiefe.

Süden 2015

Das Königreich der Stufen

Furcifer balteatus

Heute heißt es früh aufstehen, denn das Frühstück ist schon für halb Sieben angesetzt worden. Wir lassen uns Baguettes mit Omelette fertig machen zum Mitnehmen, denn heute wollen wir den ganzen Tag im Regenwald verbringen. Mir ist das sehr recht, so kann man den Regenwald in vollen Zügen genießen und muss nicht für’s Essen verfrüht zurück.

Süden 2015

Ab in den Süden

Teppichchamäleon

Auch heute ist der Wasserdruck irgendwo bei Null. Ich dusche also nur hüftabwärts. Weiter oben ist eh gerade Sonnenbrand. Um sieben Uhr soll es mit dem Bus losgehen, und das schaffen wir immerhin fast. Um 20 nach Sieben lenkt Christian den Bus auf die Straße, und das Abenteuer geht los. Was ich in Tana sehe, erschreckt mich. Alles ist überschwemmt. Reisfelder sehen aus wie riesige, braune Seen, teils sind Deiche gebrochen, Hütten unter Wasser, soweit das Auge reicht. Teils haben die Menschen provisorische Zelte auf den Deichen errichtet, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben.