Ostküste 2018

Zurück nach Antsirabe

Es geht früh los heute Morgen. Die Porteure tragen bereits fleißig Koffer und Reisetaschen den Hügel nach unten vor die Veranda des Hotels. Ich trage nur mich selbst. Reicht aber schon. Das Huhn am Stock ist verschwunden, vermutlich ist es in irgendeinem Kochtopf gelandet.

Südwesten 2017

Bonbons, Schmuck und ein verlorener Wald

Südliches Hochland

Zum Frühstück fallen wir wieder bei Mirana ein, es ist einfach die beste Bäckerei in Antsirabe. Ein grandioses Zitronentörtchen und ein warmes, riesiges Pain au chocolat später gondeln wir an der THB-Fabrik vorbei. Am Bahnhof halten wir kurz an, ich weiß gar nicht mehr warum. Jedenfalls machen wir ein paar Fotos von dem alten Gebäude aus französischen Kolonialzeiten. Am Ende der Allee, die in der Mitte eine Blumenrabatte hat, stehen ein paar Jugendliche. Sie haben eine ganze Reihe Spielzeugautos dabei, alle etwas altersschwach und mit verblichenem Plastik. Sogar ein blaues Motorrad ist dabei, und mehrere selbst gebaute Blechgefährte, darunter eines mit aufgemalter Ente, die eher an Seifenkisten erinnern. Gegen einen kleinen Obolus von 1000 Ariary dürfen sich Kinder wohlhabender Madagassen hineinsetzen, und werden dann vom jeweiligen Besitzer des Gefährts einmal um die Blumenrabatten geschoben.

Südwesten 2017

Handwerkskunst

Kurz nach sechs Uhr stehe ich schon auf. Die Nacht hat es wohl geregnet, draußen ist alles pitschnass. Im Restaurant trinke ich eine kleine Cola zum Aufwachen. Während Marco, Anna und Alexandre zum Frühstück eintrudeln und Rührei, Baguette und Marmelade bestellen, kommen schon Dimby, José und unser neuer Fahrer Andry mit einem kleinen, weißen Bus. Zeitgleich taucht Christian auf einem Roller auf – er wollte nur kurz Hallo sagen, da er auf die Südtour nicht mitkommt. Und er schaut keine fünf Minuten in den Garten, und hat schon ein Furcifer oustaleti gefunden – die anderen haben vorher lange erfolglos gesucht.

Ostküste 2016

Durch’s Hochland nach Andasibe

Ambatolampy

Ich habe sehr gut geschlafen. Kaum Stechmücken, ein einigermaßen gutes Bett und die kühle Luft des Hochlandes haben sicher dazu beigetragen. Ein Moskito-Netz wäre eh nicht da gewesen. Zum Frühstück bringt uns der Bus zu einer kleinen Bäckerei und Konditorei, Mirana. Hinter halbhohen Glasscheiben liegen frische, duftende Croissants, große Pain au chocolat (Schokocroissants), verschiedene Kuchen und andere Leckereien aus. Auch meine geliebten Zitronentörtchen gibt es. Es duftet nach frischen Croissants, und gerade bringt eine Frau in Schürze ein ganzes Blech voller frischer Backwaren nach vorne.

Ostküste 2016

Ein Wald vor dem Verschwinden

Früh am Morgen bin ich auf den Beinen. Es hat über Nacht geregnet, aber der Himmel ist mehrheitlich blau mit nur kleinen, weißen Wölkchen. Im Restaurant mit der großen Spiegelwand bestelle ich ein Sandwich, und auch die anderen trudeln nach und nach zum Frühstück ein.

Als alle ihre Teller und Gläser geleert und an der Theke die Spesen beglichen haben, brechen wir auf. Christian lenkt den Bus aus Ambositra heraus und entlang der RN7 Richtung Süden. Wieder leuchten die Reisfelder des Hochlandes, ich kann mich gar nicht sattsehen an den grandiosen Farben. Irgendwo im Nirgendwo halten wir an. Hier hat Dimby kürzlich Calumma crypticum gefunden, obwohl sie hier gar nicht vorkommen sollten.

Ostküste 2016

Wo die Reisfelder leuchten

Teppichchamäleon im südlichen Hochland

Nach einem kleinen Frühstück – für mich nur eine Cola– stehen schon Christian und Rapha bereit. Das Abenteuer geht los, und der lila Hyundai-Bus bewegt sich aus dem engen Tor des Hotels heraus. Der Verkehr von Antananarivo ist wie immer zäh, es ist laut, voll und geht nur langsam voran. Eine Menge Menschen laufen rechts und links der Fahrbahn. Kinder tauchen dazwischen auf, Hunde liegen auf Grünstreifen. Taxi Be und handbetriebene Holzselbstbauten mit Rollen und allerlei Beladung verstopfen die Straße.

Süden 2015

Wie man eine Brücke repariert

Taxibrousse

Um sieben Uhr in der Frühe stehe ich mit gepackten Taschen vor dem Bungalow. Dankenswerterweise bringen Träger unser Gepäck nach unten. Der sintflutartige Regen der Nacht ist in ein leichtes Nieseln übergegangen. Nebel häng in dichten Schwaden über den Bergkämmen – es sieht genauso aus wie als wir hier vor ein paar Tagen ankamen.

Unser Fahrer lenkt den Bus sicher wie gewohnt aus Ranomafana heraus. An einem großen Wasserfall machen wir kurz Halt, um ein paar Fotos zu schießen. Es dauert nur kurz, dann ist die erste Schlange gefunden, undein junges Calumma oshaughnessyi ist erspäht. Auf der steinernen Brüstung an der Straße läuft ein großer Tausendfüßler. Moos wächst über die Straßenbegrenzung, und der Fluss rauscht geräuschgewaltig vor uns in die Tiefe.

Süden 2015

Die Stadt der Holzschnitzer

Holzschnitzer in Ambositra

Wie immer geht es ganz früh los. Wir laufen zu Fuß die steile Einfahrt zum Hotel hinauf, und biegen nach links Richtung Hauptstraße von Ambositra ab. Rechts und links der Straße stehen rote Backsteinhäuser. Entlang der Straße finden sich verschiedene Geschäfte, die alle Arten von Schnitzereien anbieten. Am beeindruckendsten ist ein riesiger, rundum detailliert verzierter Reistopf. Am Kreisel von Ambositra geht es nach rechts, und wenige Hundert Meter später stehen wir vor einer Holztür neben einem weiteren Geschäft.

Süden 2015

Ab in den Süden

Teppichchamäleon

Auch heute ist der Wasserdruck irgendwo bei Null. Ich dusche also nur hüftabwärts. Weiter oben ist eh gerade Sonnenbrand. Um sieben Uhr soll es mit dem Bus losgehen, und das schaffen wir immerhin fast. Um 20 nach Sieben lenkt Christian den Bus auf die Straße, und das Abenteuer geht los. Was ich in Tana sehe, erschreckt mich. Alles ist überschwemmt. Reisfelder sehen aus wie riesige, braune Seen, teils sind Deiche gebrochen, Hütten unter Wasser, soweit das Auge reicht. Teils haben die Menschen provisorische Zelte auf den Deichen errichtet, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben.