Norden 2019

Zurück in der Zivilisation

Nosy Hara

Im Halbdunkeln wandere ich schon das erste Mal zum Klohäuschen. Als die Sonne aufgeht, liegt der größte Teil der Bucht im Schatten. Nur am Rand der Bucht glitzert das Meer schon im Licht der Sonne. Selbst in der Küche ist noch niemand zugange, also gehe ich eine Runde am Strand spazieren. Mein Auge ist dank der Salbe auch fast wieder in Ordnung.

Norden 2019

Die Geheimnisse von Nosy Hara

Aussicht von Nosy Hara

Sehr früh bin ich wach. Der Tag beginnt damit, dass ich einen Eimer vom Klohäuschen hole und ans Meer laufe, um mit dem vollen Eimer Meerwasser wieder zurück zum Klo zu laufen. Eine Spülung mit Süßwasser gibt es nicht, deshalb muss man hier von Hand per Eimer voll Salzwasser spülen. Das machen wir jetzt fröhlich alle im Wechsel. Also, nicht ganz alle. Manche mehr und manche weniger.

Norden 2019

Ein verwunschenes Inselparadies

Nosy Hara

Mit dem Sonnenaufgang stehe ich auf. Als die Sonne über die Baumwipfel reicht, beginnt der nasse Waldboden zu dampfen. Wasser tropft von den Bäumen, ganze Dampfschwaden ziehen über den Campground. Einzelne Sonnenstrahlen leuchten dazwischen. Es sieht einfach irre aus. Und trotzdem ist es heute Zeit, diesen zauberhaften Ort zu verlassen und aufzubrechen.

Norden 2019

Träume werden wahr

Als ich aufwache, ist mein linkes Auge irgendwie verklebt. Ich kriege es nur zur Hälfte auf. Bei genauerem Hinschauen – mangels Spiegel muss heute die Handy-Kamera dazu herhalten – habe ich wohl eine wunderbare Blepharitis, eine Augenlidentzündung. Woher auch immer die jetzt kommt. Ich krame eine Augensalbe aus meiner Apotheke, spüle das verklebte Auge mit klarem Wasser und gebe Salbe hinein. Das Auge lässt sich daraufhin zu Dreiviertel fast normal öffnen. Das kann ja heiter werden.

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Moorbad-Füße

Brookesia ebenaui

Ich bin früh wach und bleibe einfach noch ein bisschen auf der Matratze liegen. Draußen klimpert Christian mit Geschirr, es ist kühl und feucht. Ich lausche eine Weile dem noch leisen Treiben auf dem Campground, bevor ich selbst auch aufstehe. Dichter Nebel hängt über dem Wald, die Spitzen der Bäume um den Campground sind nicht zu erkennen. Alles ist nass.

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Zur Regenzeit im Regenwald

Kurz nach Sonnenaufgang ziehe ich den Reißverschluss des Zeltes auf. Blauer Himmel spannt sich über den Regenwald, es ist noch ein bisschen diesig. Die Wiese vor dem Zelt ist nass, von den Urwaldriesen tropft es. Nachts hat es eigentlich kaum geregnet, dafür war es erholsam kühl. Kühle nachts sorgt für guten Schlaf nach der Hitze von Ambilobe und Ankarana. Ich steige aus dem Zelt, schnappe meinen Kulturbeutel, ein Handtuch und meine Flip-Flops, dann laufe ich zum Wasserhahn ein paar Meter weiter drüben zum Zähne putzen.

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„Da gibt’s ja nix!“

Der Hahn kräht gnädigerweise erst um halb Sechs, allerdings in einer sehr merkwürdigen Tonlage. Um Sechs brechen Philip, Martin, Marko, Markus und Andrea mit Jocelyn zu einer kurzen Runde nach Ankarana auf. Ich und Tanala bleiben hier.

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Der Regen bringt Tiere

Blaesodactylus ambonihazo

In der Nacht hat es stundenlang geregnet. Nein, eigentlich hat es geschüttet. Das habe ich hier im Trockenwald zum Ende der Regenzeit noch nicht erlebt. Regen war hier, wenn ich da war, überhaupt eher selten. Als die Hähne zu krähen beginnen, schlafe ich gerade ein. Wenig später werde ich geweckt und wandele etwas schlaftrunken zum Frühstück hinüber. Die Coquerel-Sifakas sind auch schon wach, eine kleine Familie springt über dem Klo- und Duschhäuschen herum.

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Miniaturwunder und Duschen mit Huntsman

Phelsuma kochi

Als der erste Hahn kräht, ist es noch stockfinster. Hahn zwei, drei und vier machen es ihm nach und krähen durch die Finsternis. Dadurch wird es aber immer noch nicht hell. Als es irgendwann schließlich dämmert, stehe ich auf. Ich schnappe meinen Kulturbeutel und ein Handtuch und laufe in Flip-Flops zum Klohäuschen. Rechts daneben hüpft etwas durch die Bäume, die Coquerel-Sifakas sind scheinbar schon wach.

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Erste Chamäleons

Hochland

Nach geschätzten zwei Stunden Schlaf ist bereits wieder Aufstehen angesagt. Ich bin total gerädert. Pünktlich um Sieben sind alle fertig. Das Gepäck steht verladefertig vor der Tür, die Rucksäcke liegen griffbereit. Und dann passiert erstmal… Nichts. Gar nichts. Der Verkehr in Antananarivo hat Dimby und die anderen Jungs fest im Griff. Oder eher der Stau. Naja, da lernen gleich alle Neuen, was es mit Mora, mora auf Madagaskar so auf sich hat. Schließlich trudeln doch noch alle ein: Gris, Dimby, José, Fitah, Léon und Mamy als altbekannte Mannschaft.