Ostküste 2018

Viel Regen im Reich der vielen Treppen

Uroplatus phantasticus

Der Tag beginnt nach ausgiebigem Frühstück auf der Hotelveranda mit dem üblichen vorbeifahrendem halben Schwein. Danach geht es früh in den Nationalpark. Unser Guide Diamondra wartet bereits auf uns, wir sammeln ihn unterwegs an seinem Haus auf. Ihn und seinen hübschen rosa Regenschirm.

Norden 2017

Als das Zelt wegschwamm

Montagne d'Ambre

Offenbar ist der Hahn tot, jedenfalls kräht heute früh keiner. Gefühlt schlafe ich heute echt lange, trotzdem bin ich vor allen anderen wach. Oder zumindest vor der Mehrheit. In der provisorischen Küche wird schon seit fünf Uhr gebrutzelt, weshalb eher kühle Bananen zu haben sind. Gemeinsam mit den anderen frühstücke ich gemütlich, bis gegen Acht die Guides eintrudeln. Und selbstverständlich mitfrühstücken – den Vorteil hat man wohl nur bei uns, wenn man den Anekdoten der dreien von anderen Besuchern lauscht.

Norden 2017

Es war einmal eine Straße

Auf dem Weg zum Montagne d'Ambre

Das Frühstück dauert mir heute zu lange, denn ich möchte gerne so schnell es geht zum Montagne d’Ambre. Ich bestelle wieder Khimo, und das kommt auch – das Brot dazu aber nicht. Die Annahme, das Brot wäre ausgegangen und die Küche müsse erst neues holen, erweist sich zum Glück aber als falsch. Sie haben es einfach nur vergessen.

Als wir Ambilobe verlassen, überholt uns in einem sehr waghalsigem Manöver ein dunkelblaues Taxibrousse mit mehr Rost als Blech. Es hat außerdem keine einzige Fensterscheibe und keine Windschutz- oder Heckscheibe mehr. Fröhlich winken  zwei Frauen aus dem offenen Fenster, links hängt eine Tasche heraus. Ein Cabrio-Taxibrousse sozusagen. Dürfte zugig werden bei dem Fahrstil, ist aber bei der Hitze in Ambilobe vielleicht gar nicht verkehrt.

Norden 2017

Das Felsenmeer von Ankarana

Ankarana

Das Frühstück gibt es heute neben dem Markt, an dem altbekannten Stand mit den Mofo Sauce, kalter Cola, Kaffee und (leider) ohne frittierte Bananen. Ostermontag zählt wohl nur indirekt als Feiertag. Der ältere Mann mit dem kleinen Jungen auf dem Arm ist wie immer da, schenkt Kaffee und Tee aus, verteilt Hackfleischsauce auf Baguettes und verkauft parallel Coka kely sowie Brioches.

Norden 2017

Ein Märchenwald voller Tiere

Calumma parsonii cristifer

Der Tag beginnt am frühen Morgen im kleinen, kommunal geführtem Park von V.O.I.M.M.A. mit Julienne, einem kleinen alten Mann. Eigentlich sollten Markus, Chrissi, Ines, Katja und ich heute mit Edwin unterwegs sein. Aber wir wollten in den kleinen Community Park und Julienne auch, er war dort nämlich gestern schon zwecks Tiersichtung fleißig unterwegs.

Norden 2016

In Boxershorts der Fossa gegenüber

Uroplatus finiavana

In der Nacht hat es reichlich gestürmt und geregnet. Tatsächlich war es gut, die Zelte verschoben zu haben. Etliche große Äste sind abgebrochen und auf die Lichtung gestürzt. Angeluc und Angelin bestätigen, dass auch im übrigen Wald einige Bäume dem Wind nicht standhalten konnten. Überall liegen Äste und Blätter kreuz und quer. Der Campground-Wächter ist bereits mit einer Machete bewaffnet unterwegs, sammelt hier Äste auf und hackt dort einen Ast klein.

Norden 2016

Wie man einen Blattschwanzgecko bestellt

Das ist eher kein Blattschwanzgecko, aber ein winziges Erdchamäleon

Es ist früh am Morgen, als ich mich aus dem Zelt wurstele. Alles ist nass draußen, Nebel hängt über den Bäumen des Regenwaldes. Wasser tropft von den ausladenden Ästen der umliegenden Bäume auf das Zeltdach. Auf einem Bein hüpfend versuche ich, meine Hose, Socken und Trekkingschuhe anzuziehen, ohne nasse Füße zu bekommen. Dann wandere ich mit Zahnbürste und Kulturbeutel zum Wasserhahn zum Zähne putzen, und danach quer über den Campground bis zum Klohäuschen. Irgendwer scheint zu duschen, jedenfalls kommen schrille Quiektöne aus der Dusche. Das Duschwasser kommt direkt aus dem Berg, und es ist… naja, ein bisschen kühl?

Norden 2016

Die Reptilien von Ankarana

Ankarana

Zeit, aus Ambilobe heraus zu kommen!

Ich geselle mich heute zu Gris und Tanala ins Auto. Dimby ist mit Eric und Andry auf dem Markt unterwegs, um Proviant für das Camping im Montagne d’Ambre einzukaufen. Gris fährt deutlich anders als Dimby. Während Dimbys Fahrstil immer ruhig und gediegen ist, fährt Gris… naja, wie eine gesenkte Sau. Das mag auch daran liegen, dass die umher gondelnden Taxibrousse ständig und überall im Weg sind. Slalom fahren muss man hier schon können. Aber bei Schlaglöchern, in die ein kompletter Fiat Panda reinpassen würde, ist Gris‘ Fahrstil schon etwas zackig. Es geht im Schuss raus aus Ambilobe, und vorbei an Wiesen und träge einher wandernden Zebus einen Hügel in gewundenem Weg nach oben.

Ostküste 2016

Die Magie der Diademsifakas

Ich liege noch im Bett, als ich die Indris rufen höre. Leise singen sie im Regenwald, und ich beschließe, dass das der richtige Soundtrack zum Aufstehen ist. Nach einer warmen Dusche und Anziehen laufe ich mit Tanala zum Restaurant, wo noch niemand außer uns ist. Nach und nach trudeln alle ein. Während ich gerade in mein Baguette beiße, sehe ich im Augenwinkel etwas gegenüber im Wald hupfen. Bestimmt wieder die Makis, denke ich noch. Aber nein, es sind drei Indris, die sich ausnahmsweise mal am Waldrand gegenüber des Hotels durch die Bäume bewegen.

Ostküste 2016

Alles voller Brookesia

Junges Parsons Chamäleon

Es ist früh am Morgen. Der Nebel hängt tief über dem Regenwald, und ich sitze beim üblichen Zebu-Sandwich und einer Cola auf der Terrasse des Feon’ny Ala. Chrissi hat sich auch ein Zebu-Sandwich bestellt, Tanala nimmt eines „ohne Hecke“, also ohne Tomaten, Zwiebeln und Salat, und Ines schließt sich dem an. Rakoto liefert alles exakt wie bestellt an den Tisch, während im Wald die Indris singen. Sie scheinen gar nicht so weit weg zu sein, denn man hört sie relativ laut rufen. So kann der Tag ja nur gut starten.