North 2017

Zwischen Panthern und halben Hühnchen

Zwischen Ambilobe und Sirama

Die Nacht war megawarm. Nein, heiß. Rich-tig heiß. Affenhitze. Trotz der Klimaanlage und einem laut scheppernd rotierendem Ventilator an der Decke. Es gab übrigens – wie immer in Ambilobe – doch noch ein paar Stromausfälle in der Nacht. Aber, oh Wunder, diesmal wurde das Notstromaggregat quasi simultan angeschaltet. Als das Wummern des Aggregats langsam verebbt und es hell wird, stehe ich auf. Eine recht große Schabe wohnt seit heute Nacht im Bad. Ich habe sie Elvis getauft. Leider will Elvis heute Morgen einen Ausflug in Tanalas Gepäck unternehmen, weshalb er kurzerhand vor die Tür gesetzt wird. Unser Raum hat außerdem ein kleines Termitenproblem. Überall rieselt schwarzbrauner Staub von der Holzdecke herunter. Wie feiner Sand sind alle Fliesen davon bedeckt. Ich dusche ohne Elvis, dafür mit einem Hauch mehr Wasser als gestern.

Southwest 2017

Sonntags trägt man Axt

Isalogebirge

Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als wir am Vormittag Ranohira verlassen. An einem kleinen Lädchen mitten in der kleinen Stadt haben wir noch Getränke eingekauft. Allerdings scheint mein Wasser schon offen gewesen zu sein, weshalb ich es erstmal nicht trinke. Andry lenkt den kleinen Bus über die langen, scheinbar ins Endlose reichenden Straßen raus aus dem Isalogebirge. Die bizarren Felsformationen begleiten uns noch eine ganze Weile, und natürlich halten wir unterwegs für ein paar Fotos. Es ist schon unglaublich heiß, die Sonne brennt vom Himmel auf das noch von der Regenzeit grüne Gras der Savanne und kocht jeden, der sich ohne Kopfbedeckung auf die Straße wagt.

Southwest 2017

Power Nap

Westliches Hochland

Die Nacht ist grauenvoll. Um ein Uhr nachts gibt es Stromausfall, und der dauert bis morgens an. Ich nehme an, auch hier hat mal wieder Jirama, die staatliche Stromgesellschaft, ihre Finger im Spiel. Der Stromausfall selbst würde mich nicht stören. Aber ich bin aufgewacht, weil mir Schweiß von der Nase tropft. Im Zimmer sind es 34°C, es geht kein Hauch von Luft. Der Ventilator steht, die Fenster sind sperrangelweit offen, aber draußen brütet die Hitze. Irgendwann überlege ich, draußen vor dem Zimmer auf einer der Holzbänke zu schlafen, vielleicht hat es da wenigstens ein oder zwei Grad weniger? Irgendwann schlafe ich kurz ein, um um halb sechs wieder aufzuwachen. Eine halbe Stunde später stehe ich mit fertig gepacktem Gepäck (die Decke vom Hotel ist wieder da, wo sie hin gehört) im Hof des Hotels. Andry packt bereits unseren kleinen Bus.

Southwest 2017

Das geheimnisvolle Vositse

Irgendwas ist heute Nacht auf dem Blechdach des Bungalows herumgehüpft. Pflumps…. Trappeltrappeltrappel…. Pflump. Mausmakis? Oder doch eher Ratten? Dazu knarzt und ächzt das Bett bei jeder kleinsten Bewegung lautstark. Außerdem ist es relativ klein für zwei Personen, weshalb man mit Gesicht und Rücken ständig hautnah am Moskitonetz klebt. Das freut die Stechmücken ungemein, entsprechend sehe ich morgens auch aus. Rote Flecken übersäen Beine, Arme, Rücken und Bauch. Dafür wurde es später in der Nacht noch etwas kühler, die Temperaturen waren fast angenehm.

Southwest 2017

Der Schmetterling des Todes

Kein Schmetterling, aber auch schön: Furcifer labordi

Früh am Morgen geht es los. Ich packe meinen Koffer, ziehe ihn die Galerie entlang und steige die Treppe nach unten. Vor dem Hotel stehen bereits zwei Geländewagen samt Fahrern, und wir laden Taschen und Gepäck von Andrys Bus in die Geländewagen um. Christian ist auch schon da. Er hat eine riesige, blau-weiße Kühlbox dabei, mit einer Menge Getränken darin. Es dauert, bis alle ihre Sachen in den Autos verstaut haben. Ich schlendere durch den Hof auf die Rückseite des Hotelgebäudes. Dort sitzt ein armseliger Maki, angebunden an einen Pfosten. Gefüttert wird er offenbar mit Hundefutter, und der Wassernapf ist umgeworfen. Ich mache unauffällig ein Foto des illegalen pet lemur – der arme Kerl ist dann hoffentlich demnächst nicht mehr dort, sondern konfisziert.

Southwest 2017

Der heißeste Ort Madagaskars

Baobab-Allee

Kurz nach sechs Uhr stehe ich auf. Die Nacht war bescheiden. Eine Unmenge Stechmücken war unterwegs, und gefühlt sind alle abwechselnd mit fiesem Summen um meinen Kopf geflogen. Nachts fing dann auch noch der Hund des Nachbarn an zu bellen, ungefähr alle fünf Minuten. Und als der still war, fing es an zu regnen, und die Tropfen prasselten laut auf das Blechdach.

Das Frühstück bei Mirana sorgt aber direkt wieder für gute Laune. Die kleine Bäckerei und Konditorei riecht schon beim Betreten nach frischen Croissants. Wir setzen uns im Erdgeschoss an eine lange Tafel. Die Wandfliesen sind handbemalt mit Palmen, Sonnenuntergang und Walen – erinnert mich ein bisschen an meinen Kindergarten früher, da hatten wir auch so Wandmalereien. Der ältere Herr, der uns bedient, versichert mir erst, sie hätten bestimmt keine Zitronentörtchen hier. Aber da ich sie schon in der Auslage erspäht habe, kann ich ihn doch davon überzeugen, dass es die bei Mirana auch heute gibt. Megalecker… und weil es so lecker riecht und frisch aus dem Backofen kommt, folgt der Tarte au citron direkt noch ein duftendes, warmes Pain au chocolat.

North 2016

Das Farbenspiel Ambilobes

Ambilobe

Irgendwann war der Stromgenerator gestern Abend endlich aus, und damit leider auch der Strom. Es wurde wieder heimelig warm – um nicht zu sagen kochend heiß – im Raum und der Schlaf hielt sich bei 32° eher in Grenzen. Als die Sonne aufgeht, stehe ich auf. Es ist unerträglich warm im Zimmer, und draußen zumindest zwei oder drei Grad kühler.

Gegen Sieben holen die Jungs uns mit den Landcruisern ab. Wir fahren auf der Hauptstraße und über eine Metallbrücke nach Ambilobe rein. In Ambilobe selbst parken alle Geländewägen gegenüber der Markthalle. Kleine Läden mit allem möglichen Krempel, von Seife über Alutöpfe und Schöpfkellen bis zu Schuhen, reihen sich eng an eng entlang der gegenüber liegenden Straßenseite.

North 2016

In der Ambalabongo-Schlucht

Die Ambalabongo-Schlucht von oben gesehen

Es ist wie immer früh am Morgen, als ich den Reißverschluss meines Zeltes öffne. Draußen sind schon einige unterwegs, denn die Coquerel-Sifakas sind wieder in den Bäumen über dem Campground unterwegs. Die weiß-braunen Lemuren springen hierhin und dorthin. Scheinbar suchen sie gerade nach einer guten Futterstelle. Ich tue es ihnen gleich und begebe mich zum Frühstück. Eric und Andry haben wieder Crepes gezaubert, und dazu gibt es sogar heiße Schokolade. Heute geht es zur berüchtigten Ambalabongo-Schlucht, da muss man sich vorher gut stärken.