Norden 2016

In Boxershorts der Fossa gegenüber

Uroplatus finiavana

In der Nacht hat es reichlich gestürmt und geregnet. Tatsächlich war es gut, die Zelte verschoben zu haben. Etliche große Äste sind abgebrochen und auf die Lichtung gestürzt. Angeluc und Angelin bestätigen, dass auch im übrigen Wald einige Bäume dem Wind nicht standhalten konnten. Überall liegen Äste und Blätter kreuz und quer. Der Campground-Wächter ist bereits mit einer Machete bewaffnet unterwegs, sammelt hier Äste auf und hackt dort einen Ast klein. Weiterlesen →

Norden 2016

Wie man einen Blattschwanzgecko bestellt

Das ist eher kein Blattschwanzgecko, aber ein winziges Erdchamäleon

Es ist früh am Morgen, als ich mich aus dem Zelt wurstele. Alles ist nass draußen, Nebel hängt über den Bäumen des Regenwaldes. Wasser tropft von den ausladenden Ästen der umliegenden Bäume auf das Zeltdach. Auf einem Bein hüpfend versuche ich, meine Hose, Socken und Trekkingschuhe anzuziehen, ohne nasse Füße zu bekommen. Dann wandere ich mit Zahnbürste und Kulturbeutel zum Wasserhahn zum Zähne putzen, und danach quer über den Campground bis zum Klohäuschen. Irgendwer scheint zu duschen, jedenfalls kommen schrille Quiektöne aus der Dusche. Das Duschwasser kommt direkt aus dem Berg, und es ist… naja, ein bisschen kühl? Weiterlesen →

Norden 2016

Der Tag der goldenen Schildkröten

Schnabelbrustschildkröte

Wieder beginnt der Morgen mit den Coquerel-Sifakas. Ich habe nach dem Frühstück noch eine kleine Mission vor. Gestern habe ich mit Durrell in Antananarivo telefoniert (auch ein Grund, weshalb ich zur Ambalabongo-Schlucht musste – nur dort gibt es Empfang) und heute darf ich mir ausnahmsweise und nach einer Menge Vorarbeit die Nachzuchtstation für Schnabelbrustschildkröten anschauen. Astrochelys yniphora ist eine der seltensten Schildkröten der Welt. Sie wird nur hier und nirgends sonst gezüchtet, um den Wildbestand im Westen Madagaskars aufrecht zu erhalten. Der ist inzwischen auf unter 200 Tiere geschrumpft. Weiterlesen →

Norden 2016

In der Ambalabongo-Schlucht

Die Ambalabongo-Schlucht von oben gesehen

Es ist wie immer früh am Morgen, als ich den Reißverschluss meines Zeltes öffne. Draußen sind schon einige unterwegs, denn die Coquerel-Sifakas sind wieder in den Bäumen über dem Campground. Die weiß-braunen Lemuren springen hierhin und dorthin. Scheinbar suchen sie gerade nach einer guten Futterstelle. Ich tue es ihnen gleich und begebe mich zum Frühstück. Eric und Andry haben wieder Crêpes gezaubert und dazu gibt es sogar heiße Schokolade. Heute geht es zur berüchtigten Ambalabongo-Schlucht, da muss man sich vorher gut stärken. Weiterlesen →

Norden 2016

Es gibt doch Krokodile im Ravelobe

Kochs Taggecko

Um sechs Uhr bin ich schon wieder wach. Irgendwo kräht laut und ausdauernd ein Hahn. Ich schlurfe zur Morgentoilette zum Dusch- und Klohäuschen des Campgrounds. Ein Handtuch im Nacken, die Klorolle unter den Arm geklemmt, die Zahnbürste in der einen und die Kulturtasche in der anderen, wandele ich dann wieder zurück zum Zelt. Ein Abstecher in die Küche verheißt nur Gutes fürs Frühstück. Und das ist wirklich mega super! Weiterlesen →

Norden 2016

Mondlandschaften

Das nördliche Hochland

Der Tag beginnt schon früh. Ich mummele mein Pain au chocolat von gestern auf. Dimby, Eric, Andry, Mika, Gris und Choa wollten eigentlich um Sechs hier sein. Aber es dauert und dauert. Der Verkehr in Tana ist heute wohl enorm dicht. Erst wesentlich später fährt der erste Toyota Landcruiser in die Einfahrt des Raphia, und nach und nach folgen die anderen. Dimby mit seinem neuen blauen Landcruiser kommt als letztes. Er hat auch José mitgebracht, der uns ebenfalls in den Norden begleiten wird. Man begrüßt sich herzlich, das Gepäck wird auf die Autodächer gehoben und in Planen verschnürt. Weiterlesen →

Nordosten 2015

Task Force Marojejy

Die Task Force Marojejy

Es ist drei Uhr nachts, als ich das erste Mal aufstehe. Ich muss mal ganz dringend zum Klohäuschen… Ich erwarte, das ganze Camp schlafend vorzufinden. Doch von unten sehe ich in der Gemeinschaftshütte Licht: Die Köche sind schon wach, packen Töpfe ein und bereiten das Frühstück vor. Um fünf Uhr stehe ich dann „richtig“ auf. Vielleicht ist es auch kurz vor oder kurz nach, keine Ahnung, ich bin nur physisch anwesend. Mir ist das viel zu früh. Obwohl es gefühlt gerade mitten in der Nacht ist, haben alle schon gefrühstückt, und ich bin mal wieder der Nachzügler. Trotzdem haben die Jungs noch Omelette, Ananas und Brot übrig. Der Camp-Mungo huscht eifrig hin und her, und versucht, die letzten Stücke abzubekommen. Weiterlesen →

Nordosten 2015

Maularschlochfliegen

Parastenophis betsileanus

Heute kann ich ausschlafen, bis kurz vor Acht kuschele ich mich in die Decken. Sobald morgens etwas Wind aufkommt, verschwinden die lästigen Stechmücken. Ich habe vom barfuß laufen gestern Unmengen übler Stiche abbekommen, und sie jucken wie die Hölle. Weiterlesen →

Nordosten 2015

Der Tag der blauen Couas

Seidensifakas

Es ist früh am Morgen, die Sonne ist gerade aufgegangen. Ich ziehe den Reißverschluss des Zeltes auf, und schnuppere die kühle Luft des Regenwaldes. Dann döse ich noch ein bisschen bei offenem Zelt, während Tanala schonmal Zähne putzen geht. Kurz nach Sechs sitze ich schon beim Frühstück mit Baguette und Rührei in der Gemeinschaftshütte.

Nestor, der kleine, drahtige Kerl mit dem Fußballtrikot, ist schon wieder seit zwei Stunden unterwegs. Er sucht die Sifaka-Gruppe, die er gestern am späten Nachmittag verlassen hat. Wenn einer die Tiere findet, dann Nestor. Er hat ein unglaubliches Gespür für die Sifakas und kennt sich im Wald aus wie kein anderer. Heute versuchen wir, Nestor  – und damit die Seidensifakas – in den Tiefen des Urwaldes zu finden. Weiterlesen →

Nordosten 2015

Fotofieber im Regenwald der Träume

Ich habe bestens geschlafen. Die Nacht war angenehm kühl und es ist bis auf den leichten Nieselregen am Abend recht trocken geblieben. Tanala will schon um sechs Uhr aufstehen. Aber selbst um Sieben ist in der Gemeinschaftshütte außer den Guides und ein paar Köchen noch keine Menschenseele zu sehen. Ich setze mich auf einer schmalen Bank in die Küchenrunde, und bekomme prompt schon eine Tasse Tee vor die Nase gestellt. Dankbar lächelnd trinke ich einen Schluck. Die Sonne scheint auf den Berg, der heute ausnahmsweise nicht in Wolken gehüllt daliegt. Einer der Köche tippt mich plötzlich an und zeigt in den Wald: Ein blauer Coua sitzt inmitten der fantastischen Regenwaldkulisse. Was ein traumhafter Morgen. Weiterlesen →