Südwesten 2017

Von Tanala bei Tag und Tanalahy bei Nacht

Furcifer balteatus

Ich wache früh morgens auf. Regen prasselt auf das Dach des Bungalows. Es hat die ganze Nacht über geregnet. Dunkle Wolken hängen tief über den Hängen, der Fluss ist vor lauter Nebel kaum zu sehen. Meine Trekkingschuhe sind nur unwesentlich trockener als gestern. Eigentlich sind sie immer noch so nass, dass man das Wasser aus dem Leder drücken kann. Als ich mich zum Frühstücken auf die kleine Terrasse vor das Restaurant setze, nieselt es nur noch. Das halbe Schwein fährt vorbei, wir frühstücken, und fahren danach wieder los in Richtung Nationalpark. Auch heute gabeln wir unterwegs Diamondra auf, der nur schulterzuckend meint, es habe in der Regenzeit schonmal mehr geregnet. Und heute niesele es ja nur.

Südwesten 2017

Der Zebumarkt von Ambalavao

Ambalavao

Heute beginnt der Tag verhältnismäßig spät für Madagaskar – erst um Sieben. Irgendwie schläft es sich nicht so gut auf mit Stroh gefüllten Kopfkissen und mit nassen Haaren. Meine Schulter ist inzwischen dunkellila. Und ich habe Muskelkater in jeder Faser meines Körpers, sogar im Daumen. Ich wusste nicht mal, das man in den Fingern Muskelkater haben kann… vermutlich kommt das vom vielen Fotografieren.

Südwesten 2017

Kattas, die wie Katzen klingen

Mit Verspätung geht es heute los in Richtung Anja Community Reserve. Gerade mal zwölf Kilometer sind es von Ambalavao, vorbei am Hügel des Zebumarktes, der heute gespenstisch verlassen da liegt. Von Weitem sieht man bereits das winzige Stück Wald, das sich an die Felsen der „drei Schwestern“ schmiegt. Wir sammeln an einem kleinen Steinhaus unsere Tickets und unseren Guide, Jocelyn, ein, und fahren bis zu einem roten Parkplatz. Ein leichter Nieselregen begleitet uns bereits den ganzen Morgen, aber pünktlich zum Beginn unserer Wanderung klart der Himmel auf.

Südwesten 2017

Knockout in Isalo

Sieht nur so brav aus - einer der frechen Rotstirnmakis

Willkommen in Isalo! Wie ich von Ambalavao gestern hier her gekommen bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Irgendwas Vortag hatte mir Montezumas Rache beschert, garniert von bösen Darmkrämpfen. Ich führe das lieber nicht weiter aus, jedenfalls bin ich heute immer noch nicht ganz fit. Aber es geht mir schon bedeutend besser als gestern. Ich befinde mich inzwischen mit Tanala, Anna, Marco, Alessandre, Dimby und José deutlich weiter im Süden Madagaskars, genauer in der kleinen Stadt Ranohira. Und dort in einem netten Hotel mit Pool, Sonnenliegen und Steinbungalows. Das Frühstück fällt für mich trocken und kurz aus, und besteht eigentlich nur aus ColiCalm und Cola.

Südwesten 2017

Sonntags trägt man Axt

Isalogebirge

Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als wir am Vormittag Ranohira verlassen. An einem kleinen Lädchen mitten in der kleinen Stadt haben wir noch Getränke eingekauft. Allerdings scheint mein Wasser schon offen gewesen zu sein, weshalb ich es erstmal nicht trinke. Andry lenkt den kleinen Bus über die langen, scheinbar ins Endlose reichenden Straßen raus aus dem Isalogebirge. Die bizarren Felsformationen begleiten uns noch eine ganze Weile, und natürlich halten wir unterwegs für ein paar Fotos. Es ist schon unglaublich heiß, die Sonne brennt vom Himmel auf das noch von der Regenzeit grüne Gras der Savanne und kocht jeden, der sich ohne Kopfbedeckung auf die Straße wagt.

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Der späte Vogel fängt den Wurm

Bienenfresser

Heute startet der Tag noch früher als sonst. Um 05:30 Uhr, die Sonne ist nicht mal aufgegangen, stehe ich auf. Zum Birdwatchig. Vogelfotografie finde ich etwa so spannend wie Dung rollende Mistkäfer. Aber das Arboretum Antsokay ist berühmt für seine vielen gefiederten Bewohner, und soll ganz tolle Möglichkeiten zum Fotografieren bieten. Als unsere kleine Gruppe um sechs Uhr früh, mit Fotorucksäcken bewaffnet, im Dornwald des Arboretums steht, schläft alles noch. Auch die Vögel.

Südwesten 2017

Von Antsokay nach Ifaty

Toliara

Am Morgen ist Zeit zum Ausschlafen. Das heißt auf Madagaskar, dass ich um halb Sieben wach bin. Ich bewundere eine Termitenstraße an einem der Holzpfosten im Bad, und begebe mich nach der allmorgendlichen Dusche zum Frühstück. Zum Abschied von Antsokay gibt es eine bunte Obstmischung mit Papaya, sowas-wie-Maracuja, Ananas und Bananen.

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Schildkröten und Sonnenschein

Eine kleine Strahlenschildkröte

Die Nacht war es unterträglich heiß. Ich schlafe erst ein, als es hell wird und die Hähne schon draußen um die Wette krähen. Um sieben Uhr weckt José Tanala und mich mit ausgiebigem Klopfen an der Tür, weil alle schon beim Frühstück sind – nur wir noch nicht. Irgendwie raffe ich mich doch zum Frühstück auf, bin aber furchtbar müde. Das Hotel zeigt sich heute leider weiterhin nicht von seiner besten Seite. Das Frühstück besteht aus kargem, trockenem Brot und einer winzigen Schale Marmelade. Butter gibt es erst auf Nachfrage und Getränke sowieso erst, wenn man es vier Mal gesagt hat. Die beiden angestellten Mädels tippen lieber auf ihren Smartphones herum oder schäkern mit dem Herren, der die Treppe betoniert. Egal.

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Begegnung mit Banditen

Ihorombe-Ebene in Wolken gehüllt

Um Viertel vor Fünf klingelt der Wecker. Müde stehe ich auf, und genauso müde sitze ich ein paar Minuten später vor dem Bungalow und warte auf die anderen. Es ist stockfinster. Am Horizont ist ein winziger heller Streifen zu erahnen. Kurz nach Fünf habe ich keine Lust mehr zu warten und laufe zu dem kleinen Parkplatz gegenüber des Hotels. Da sind dann tatsächlich auch schon Andry, José und Dimby. Wir packen alles Gepäck ins Auto. Eine nackte Madagassin läuft an uns vorbei, anscheinend hat sie nicht damit gerechnet, dass um diese Uhrzeit schon Leute unterwegs sind. Ihr – wahrscheinlich – Mann läuft wenig später vorbei, ebenfalls eher spärlich bekleidet.