{"id":819,"date":"2014-04-08T19:52:29","date_gmt":"2014-04-08T17:52:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=819"},"modified":"2017-09-29T19:44:19","modified_gmt":"2017-09-29T17:44:19","slug":"ein-hoch-auf-den-handwerkermarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2014\/04\/08\/ein-hoch-auf-den-handwerkermarkt\/","title":{"rendered":"Ein Hoch auf den Handwerkermarkt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gegen vier Uhr morgens werde ich wach, weil eine unaufh\u00f6rlich surrende Stechm\u00fccke um meinen Kopf fliegt. Das elende Vieh macht mich verr\u00fcckt mit seinem leisen, aber un\u00fcberh\u00f6rbaren Surren. Irgendwann reicht es mir, ich stehe auf, hole die \u00fcbrige Flasche Anti-Brumm und spr\u00fche alles ein, was mir in die Finger kommt. Eine herrliche Ruhe herrscht danach. <!--more-->Tanala kann leider nicht mehr einschlafen, ich daf\u00fcr umso besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Stunden sp\u00e4ter stehe ich auf, um zum Fr\u00fchst\u00fcck zu gehen. Zusammen mit denen, die heute nach Hause fliegen werden, fahre ich danach zum Supermarkt, etwa 20-30 Minuten vom Hotel entfernt. Hier kann man z.B. sehr gut eingelegten Peffer als Konserve, Bananenchips oder THB-Dosen kaufen. \u00dcbrigens, wo wir gerade beim Bier sind: Man darf offiziell 16 Liter Bier exportieren. Leider ist mein Rucksack daf\u00fcr wirklich zu klein. Nach dem Supermarktbesuch geht es weiter zum Handwerkermarkt. Im Gegensatz zum letzten Jahr sind dieses Mal kaum aufdringliche Verk\u00e4ufer dabei \u2013 und die, die da sind, sind allesamt sehr freundlich und zuvorkommend. Und es gibt sooo viele tolle Sachen hier! Nach nur einer Stunde habe ich unter anderem wundersch\u00f6ne kleine Sch\u00fcsselanh\u00e4nger aus Holz eingekauft, die kleine bunte Cham\u00e4leons darstellen. Es gab nur diese paar, und es waren die einzigen auf dem ganzen Markt, bei denen sich absolut nichts handeln lie\u00df (und das ist reichlich ungew\u00f6hnlich, denn Handeln wird eigentlich \u00fcberall vorausgesetzt). Neben vielen anderen Kleinigkeiten habe ich aber das, was ich urspr\u00fcnglich auf meiner Mitbringsel-Liste hatte, noch gar nicht bekommen. Ich muss also sp\u00e4ter nochmal hin. Nach besagter Stunde m\u00fcssen wir los, denn der Flieger ruft. Ich verabschiede mich von meiner Gruppe, denn ich habe noch ein paar Tage Madagaskar vor mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenig sp\u00e4ter warten wir auf die Ankunft der n\u00e4chsten Gruppe, die in den n\u00e4chsten drei Wochen eine Tour durch den Norden der Insel machen wird. Zuerst aber fahren auch sie nach Andasibe, und da werde ich noch dabei sein. Wir stehen in der Ankunftshalle. Die Ank\u00fcnftlinge sehen gr\u00f6\u00dftenteils ziemlich geschafft aus. Wir wissen nicht von allen, wie sie aussehen, nur die Namen stehen auf einer langen Liste \u2013 im Zweifel erkennen die neuen G\u00e4ste am T-Shirt, wo sie hingeh\u00f6ren. Zwar rennen jede Menge Leute blindlings an uns vorbei, aber nach und nach sammelt sich die Gruppe. Schlie\u00dflich sind, nachdem wir kurz einen vermeintlich fehlenden Gast gesucht haben, der aber gar nicht fehlte, alle da. Gemeinsam steigen wir zur Christian und Rapha in den Bus und zur\u00fcck zum Hotel Raphia. W\u00e4hrend die einen ihre Reisekosten zahlen, k\u00f6nnen die anderen schonmal Geld tauschen. Ich trinke erstmal ein Bier und tausche eine kleine Summe, die ich sp\u00e4ter noch auf dem Handwerkermarkt auszugeben gedenke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch einmal fahren Christian und Rapha Tanala und mich (ok, und noch ein paar andere) zum Handwerkermarkt, die madagassische Wirtschaft muss schlie\u00dflich unterst\u00fctzt werden. Viele, viele T\u00fcten, eingerollte Batiken, Blechtassen, bemalte Schnapsgl\u00e4schen, Gecko-T\u00fccher und Lemurenfiguren sp\u00e4ter ist der halbe Handwerkermarkt leer, und ich habe einen sehr erfolgreichen Tag hinter mir. Na gut, leer ist der Markt noch lange nicht. Aber zumindest\u00a0 waren alle zufrieden, wir haben nicht zuviel und nicht zu wenig gehandelt, faire Preise gezahlt und als Gegenwert wirklich tolle Sachen erhalten. Wie ich ein liebevoll aus einer alten Blechdose gebasteltes kleines THB-Taxibrousse in meinem Rucksack zur\u00fcck nach Deutschland bef\u00f6rdern soll, wei\u00df ich allerdings noch nicht. Dieses Jahr habe ich auch zwei der wundersch\u00f6nen, aus m\u00fchselig vielen kleinen Einzelteilen zusammengesetzten Holzschachteln mit Tim-und-Struppi-Motiv mitgenommen, es sind kleine Kunstwerke. Etwas ganz Neues gibt es auf dem Markt auch: Aus THB-Dosen und Kunstleder sorgf\u00e4ltig gen\u00e4hte Basecaps. Wenn man die in der Sonne tr\u00e4gt, kann man wahrscheinlich Spiegeleier drauf braten. Auch die H\u00fctten mit den wundersch\u00f6nen dunklen Holzstatuen finden wir wieder. Ein paar H\u00fctten weiter gibt es Produkte der Krokodilfarm in Tana zu kaufen, darunter ausgestopfte F\u00fc\u00dfe und sogar ganze Krokodile. In einem Haufen Pr\u00e4parate finde ich auch einige sehr schlecht pr\u00e4parierte Cham\u00e4leons, schwarze, gruselig aussehende Dinger in unnat\u00fcrlicher Haltung, bei denen man nur noch mit viel M\u00fche die urspr\u00fcngliche Art erkennen kann.\u00a0 Die sind im Gegensatz zu den Krokodilprodukten sicherlich nicht ganz legal hier, aber hier kauft sowieso niemand von uns ein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_820\" aria-describedby=\"caption-attachment-820\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-820\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n.jpg\" alt=\"Thorsten und Frank\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n.jpg 960w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n-940x705.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/10169128_10202561583815461_2018120511_n-500x375.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-820\" class=\"wp-caption-text\">Tanala und Frank mit den Blech-Basecaps<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend entschlie\u00dfen wir uns, bei \u201eGastropizza\u201c zu essen, eine Pizzakette in Tana mit einer ganzen Menge Ventilatoren an der Decke und geschnitzten Holzstelen zwischen den Tischreihen. Es ist eine Ausnahme, aber die Lust auf Pizza nach drei Wochen Reis und Zebu ist einfach gro\u00df. Auf Sauberkeit achten sie in diesem Restaurant sehr, der Koch tr\u00e4gt sogar einen Mundschutz, als er kurz aus der K\u00fcche schaut. Schnell sind St\u00fchle und Tische zu einer langen Tafel zusammengeschoben. Mika und Augustin sind extra zum Abendessen gekommen, und setzen sich zu uns. Nicht nur europ\u00e4ischen Geschmack hat die hiesige Pizza, sie ist auch f\u00fcr madagassische Verh\u00e4ltnisse extrem schnell fertig. Ich schaffe nur eine halbe, aber die schmeckt tats\u00e4chlich auch fast wie eine Pizza schmecken muss. Fotos der letzten drei Wochen werden herumgezeigt, man unterh\u00e4lt sich, lacht und es ist ein sch\u00f6ner Abend. Nicht lange dauert es, dann zieht es alle Richtung Bus. Die Neuank\u00f6mmlinge sind geschafft von der Reise und sehr m\u00fcde. Eine halbe Stunde noch sitze ich mit Tanala und Marco in der Hotellobby, dann will ich auch schlafen gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider wird\u00a0 daraus erstmal nichts, denn der Schnapper der T\u00fcr unseres Zimmers ist abgebrochen. Die T\u00fcr bleibt trotz Ruckeln und R\u00fctteln verschlossen. Tanala ruft eine der Angestellten, die sich ihrerseits mit dem Schl\u00fcssel abm\u00fcht, die T\u00fcr aber nicht aufbekommt. Schlie\u00dflich kommt der Koch und mit Hilfe eines gro\u00dfen Messers und einer ganzen Weile Fummelei ist die T\u00fcr irgendwann doch noch offen. Der Schnapper wird einfach komplett abgebrochen, denn zum Festkleben, damit er nicht kaputt nach vorne schnappt und erneut h\u00e4ngenbleibt, fehlt uns gerade das Klebeband. Gute Nacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen vier Uhr morgens werde ich wach, weil eine unaufh\u00f6rlich surrende Stechm\u00fccke um meinen Kopf fliegt. 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