{"id":649,"date":"2014-03-31T21:27:32","date_gmt":"2014-03-31T19:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=649"},"modified":"2021-03-28T12:36:33","modified_gmt":"2021-03-28T10:36:33","slug":"649","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2014\/03\/31\/649\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck nach Maroantsetra"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder hat es \u00fcber Nacht stark geregnet. Noch vor sechs Uhr schlendere ich ein letztes Mal am Strand entlang. Eigentlich wollte ich noch ein paar Fotos mit blauem Himmel machen, aber das Wetter l\u00e4sst mich im Stich, wieder ist es bedeckt und diesig. Im Geb\u00fcsch auf einem Felsen entdecke ich ein Panthercham\u00e4leon-Weibchen, dass dort gestern schon gesessen hat. <!--more-->Bei Flut sitzt sie mit ihrem dicken Eierbauch direkt \u00fcber dem Wasser. Auf einem anderen Felsen entdecke ich eine Ananas, die aber leider noch nicht erntereif ist.Immerhin beschert mir der fr\u00fche Morgen doch noch eine kleine Besonderheit: An einem gro\u00dfen Baum, dessen wundersch\u00f6ne feine Bl\u00fcten sich nur nachts \u00f6ffnen und morgens verwelken, ist noch eine letzte ge\u00f6ffnete Bl\u00fcte \u00fcbrig \u2013 perfekt f\u00fcr ein Foto. Alle anderen sind bereits zu Boden gefallen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/13RaxTvhatE?rel=0&amp;showinfo=0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong>Nach einem st\u00e4rkenden Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fchrt mein Weg mich noch einmal zum Wasserfall, um dort einige Fotos zu machen. Wieder zur\u00fcck, haben sich bereits alle zur Abfahrt auf der Lichtung und am Strand versammelt. In einer kleinen Kabary werden Trinkgelder verteilt und Stefan bedankt sich im Namen der Gruppe f\u00fcr den wundersch\u00f6nen Aufenthalt. Jeder verabschiedet sich mit Handschlag von den M\u00e4nnern, die auf der Insel bleiben. Als wir die Boote besteigen, strahlt die Sonne vom wolkenlosen, blauem Himmel. Nach kaum zehn Minuten kommt uns ein anderes Motorboot entgegen, und Jean-Emil wechselt samt seinem Gep\u00e4ck darauf \u00fcber. Es hat einen Auftrag in Masoala und f\u00e4hrt mit seinen n\u00e4chsten G\u00e4sten direkt weiter. Wir halten weiter auf Marontsetra zu. Viele Pirogen fahren Richtung Nosy Mangabe, man braucht bei gutem Wetter etwas zwei bis drei Stunden, um dort fischen zu k\u00f6nnen. Auch zwei \u201ePirogen-Taxibrousse\u201c fahren an uns vorbei, oder vielmehr wir an ihnen. Die Holzboote ragen nur wenige Zentimeter aus dem Wasser, sind \u00fcberf\u00fcllt mit Menschen und das kleine Sonnendach ist vollbepackt mit H\u00fchnern, Bastk\u00f6rben, Fahrr\u00e4dern und anderen Ger\u00e4tschaften. Auf dem Seeweg mit diesen Pirogen braucht man mindestens 18 Stunden bis Tamatave, und es wird nirgends unterwegs angehalten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654\" aria-describedby=\"caption-attachment-654\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/20150324_103851-1024x576.jpg\" alt=\"Taxibrousse-Boot\" width=\"980\" height=\"551\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-654\" class=\"wp-caption-text\">Taxibrousse-Boot<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder ist Ebbe, als wir ankommen, und so schippern wir langsam in den Hafen der Stadt. Kaum zwei Meter von unserem Boot entfernt ist das Wasser nur noch knietief. \u00dcberall stehen Fischer im Wasser oder fahren in Pirogen, um ihre Netze und Reusen zu kontrollieren. Als wir kurz vor der Br\u00fccke sind, fliegt gerade eine kleine Maschine \u00fcber die Stadt \u2013 es ist die einzige f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage, und es wird auch die sein, die uns nach Toamasina bringt. Augustin wird am Hafen abgesetzt, er will am Nachmittag nochmal zum Hotel kommen. Die Enten, die vor ein paar Tagen noch eingesperrt im Hafen waren, schwimmen jetzt frei am Ufer entlang und quaken aufgeregt durcheinander. Das Boot legt wieder ab, f\u00e4hrt unter der Br\u00fccke hindurch und f\u00e4hrt links auf den Hotelsteg zu. Direkt davor halten wir. \u00dcber das zweite Boot steige ich mit den anderen aus. Was ein Service, direkt im Hotel abgesetzt zu werden! Zum Mittagessen muss es eine Pizza sein \u2013 die immerhin ganze zwei Stunden braucht, daf\u00fcr aber eine komplette Knoblauch-Zehe in Scheiben beherbergt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kleinen Garten neben der Terrasse drehe ich eine kleine Runde, um vielleicht doch noch einen der scheuen Taggeckos vor die Linse zu bekommen. Stattdessen erschrecke ich eine gro\u00dfe Hakennasennatter, die unter dem Betontisch mit den Pflanzk\u00fcbeln liegt und sofort vor meinen Schritten ins Gestr\u00fcpp fl\u00fcchtet. Ihre H\u00e4utungsreste finde ich nur zwei Meter entfernt unter den Wurzeln eines gro\u00dfen Baumes. Das Laub raschelt um mich herum \u2013 viele neugierige Schildechsen sonnen sich, aber sie sind hier wie die Taggeckos enorm scheu. Geht man einen Schritt auf sie zu, huschen sie sofort zur\u00fcck in den Schatten. Ich lasse es gut sein mit der Tiersuche und bringe mein Gep\u00e4ck zur\u00fcck ins Bungalow. Wieder sind Thorsten und ich in der \u201eAnanas\u201c. Nach einer Dusche f\u00fchle ich mich wie neu und habe Lust, noch eine Runde spazieren zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Maroantsetra im Gegensatz zu einigen vergleichbar gro\u00dfen St\u00e4dten an der Nordwestk\u00fcste sehr sicher ist, laufen Tanala und ich zu zweit in die Stadt. Unterwegs begegnen uns viele Sch\u00fcler in blauen Uniformen, die Schule scheint gerade aus zu sein. In Flip-Flops und kurzen Hosen schlendern wir an St\u00e4nden mit Fleisch, Reis in S\u00e4cken, Rambutan, Erdn\u00fcssen und in Fett gebackenen Snacks vorbei. Wir kommen bis zu dem gro\u00dfen Markt am Ende der Hauptstra\u00dfe. Von einer \u00e4lteren Frau, die auf einer Plastikplane Rambutan zu je dreien oder vieren zusammengelegt hat, m\u00f6chte ich gerne ein paar der Fr\u00fcchte kaufen. Ein H\u00e4ufchen kostet 400 Ariary, doch leider habe ich partout keine kleinen Scheine mehr. Einen 10.000-Ariary-Schein kann aber leider niemand in der Umgebung wechseln, und so verspreche ich, morgen wiederzukommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_658\" aria-describedby=\"caption-attachment-658\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-658\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-1024x683.jpg\" alt=\"Markt in Maroantsetra\" width=\"980\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7626-Gro\u00df.jpg 1620w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-658\" class=\"wp-caption-text\">Markt in Maroantsetra<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vielen St\u00e4nde und L\u00e4den am Stra\u00dfenrand bieten Unmengen Krimskrams und, \u00e4hnlich zu Sambava, viel China-Billig-Zeug an. Die Stadt ist voller Menschen, und auf der Stra\u00dfe fahren Zebu-Charettes (Karren mit Holzr\u00e4dern), oft vollbeladen, einher. Zumindest verhungern muss in dieser Gegend niemand, wenn auch die Armut \u00fcberall greif- und sichtbar ist. Unter einem Stand mit Gardinen und ausgeblichenen, alten B\u00fcstenhaltern sitzt eine Ente und beobachtet uns im Vorbeigehen. \u00dcberhaupt sehe ich viele St\u00e4nde, die \u201eAltkleidersammlungen\u201c anbieten, gebrauchte Kleidung aus Europa. Zu gern w\u00fcsste ich, wer daran wirklich verdient \u2013 die Endverk\u00e4ufer wohl am wenigsten.\u00a0 Nur die Hauptstra\u00dfe von Maroantsetra hat jemals (inzwischen gr\u00f6\u00dftenteils verschwundenen) Asphalt gesehen. Alle Seitenstra\u00dfen sind helle Sandpisten, auf denen viele, viele Roller verkehren \u2013 gerne auch mit mehr als zwei Beifahrern oder mit riesigen Reiss\u00e4cken. Merke: 100 kg Reis und ein Madagasse k\u00f6nnen locker auf einem kleinen Motorroller bef\u00f6rdert werden.\u00a0 Einzelne Autos fahren ebenfalls, und sogar ein paar VW-Busse, Taxibrousse, kann ich entdecken. Wo die eigentlich hinfahren, wei\u00df der Himmel, Stra\u00dfen gibt es au\u00dfer dieser hier ja keine und die Unimogs sind f\u00fcr die \u00dcberlandfahrten nach Tamatave zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hotel weht mir ein angenehmer, eher k\u00fchler Wind um die Nase. Meine Mitreisenden sind mehrheitlich f\u00fcr ein Mittagsschl\u00e4fchen in ihre Bungalows gegangen, w\u00e4hrend Thorsten und ich noch einmal Augustin auf ein Bier treffen. In der \u201eAnanas\u201c ist statt der riesigen Spinne jetzt eine gro\u00dfe Fauchschabe eingezogen und ich beschlie\u00dfe, dass die definitiv das kleinere \u00dcbel ist.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in German.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":650,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[122,251,78,17,160,99,264,246,113,250,18,37,115,76,80],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=649"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5876,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649\/revisions\/5876"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}