{"id":628,"date":"2014-03-30T20:05:33","date_gmt":"2014-03-30T18:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=628"},"modified":"2021-03-28T12:35:45","modified_gmt":"2021-03-28T10:35:45","slug":"628","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2014\/03\/30\/628\/","title":{"rendered":"Von Schmugglern und Str\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P\u00fcnktlich um halb Acht erscheine ich zum Fr\u00fchst\u00fcck in unserer Gemeinschaftsh\u00fctte. Der Tag beginnt mit s\u00fc\u00dfen Bananen.. Die Stimmung ist gut, obwohl wir die eigentlich geplante Exkursion in den Masoala-Nationalpark nicht machen werden k\u00f6nnen. Die Flut ist immernoch gut anderthalb Meter zu hoch, das Wetter ist m\u00e4\u00dfig und das Meer ziemlich aufgew\u00fchlt. In der Ferne zieht eine dustere Wolkenwand herauf \u2013<!--more--> die mehrere Stunden dauernde Fahrt nach Masoala w\u00fcrde wohl noch gut gehen, aber bei dem heute Mittag zu erwartenden Unwetter ist unklar, ob wir \u00fcberhaupt zur\u00fcckfahren k\u00f6nnten. Und in einem Regenwald ohne Essen, Zelt oder anderen Schutz herumsitzen und auf besseres Wetter bei Tageslicht hoffen\u00a0 \u2013 das muss nicht sein. Mitten w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks ruft Tanala pl\u00f6tzlich \u201eOh, da ist ein Lemur!\u201c &#8211; direkt vor der H\u00fctte sitzt ein <em>Eulemur fulvus albifrons<\/em> am Stamm eines d\u00fcnnen Baumes und beobachtet uns beim Fr\u00fchst\u00fccken. Vielleicht spekuliert er auch auf eine Banane oder anderes Obst, aber schon nach wenigen Minuten verschwindet das Tierchen wieder zur\u00fcck in den Wald.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach dem Fr\u00fchst\u00fcck findet Augustin eine <em>Leioheterodon madagascariensis<\/em>, die sich mitten auf dem Weg zum Wasserfall sonnt. Er ruft uns und mit Hilfe des Schlangenhakens und flinker H\u00e4nde k\u00f6nnen wir sie einige Meter weiter zur Lichtung bugsieren, um ein paar sch\u00f6ne Aufnahmen zu machen. Leider ist die stattliche Dame wenig begeistert von diesem Vorhaben, und dazu unglaublich schnell. Kommt man dem vorderen Ende zu nahe, bei\u00dft sie, und fasst man das hintere Ende an, entledigt sie sich dem Inhalt ihrer Stinkdr\u00fcsen. Nach kaum einer Minute entwischt sie blitzschnell aus Patricks H\u00e4nden in Richtung Geb\u00fcsch, und als Patrick ihr hinterher hechtet, stellt sie sich pl\u00f6tzlich auf, droht mit nach vorne gestrecktem Kopf und bei\u00dft in seine Richtung. Mit einem lauten Quietschen springt Patrick zur\u00fcck\u00a0 &#8211; und die Schlange entkommt. Augustin erwischt sie zwar noch einmal kurz, aber letztlich taucht die gro\u00dfe Trugnatter in einem dicken Laubhaufen unter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_625\" aria-describedby=\"caption-attachment-625\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-625 size-large\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-1024x683.jpg\" alt=\"Leioheterodon madagascariensis\" width=\"980\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7195-Gro\u00df.jpg 1620w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-625\" class=\"wp-caption-text\">Die Hakennasennatter<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vormittag bietet jedoch noch genug Gelegenheiten f\u00fcr sch\u00f6ne Fotos. Durch den langen Regen heute Nacht und das stetige Nieseln seitdem wimmelt es nur so von Fr\u00f6schen. Waren es bis gestern schon viele, so sind jetzt Unmengen <em>Mantella laevigata<\/em> unterwegs. In den zusammengerechten Laubhaufen direkt zwischen Strand und Lichtung sitzen sie und quaken lauthals. Allein auf einem Quadratmeter finde ich fast zwanzig Tiere dicht beieinander und sogar einige K\u00e4mpfe zwischen konkurrierenden M\u00e4nnchen kann ich beobachten. Auch andere Arten springen herum, sie sind wegen ihrer weniger auff\u00e4lligen Farben nur etwas schwieriger zu entdecken. Wobei, von schwierig kann hier eigentlich gar keine Rede sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gestern g\u00f6nne ich mir eine kalte Dusche unter dem kleinen Wasserfall nahe des Camps, um frisch geduscht direkt neue Schichten Anti-Brumm aufzutragen. Da so fr\u00fch noch Ebbe ist und es noch etwas dauern wird, bis die Flut zur\u00fcckkommt, mache ich nun das, was ich eigentlich gestern Nachmittag schon vor hatte: Einen Spaziergang entlang des Strandes auf der Suche nach Furcifer pardalis. Gestern war die Flut leider zu lange zu hoch, und als der Strand endlich wieder einigerma\u00dfen begehbar war, wurde es schon dunkel.Langsam spaziere ich den goldfarbenen Strand entlang. Meine F\u00fc\u00dfe sinken in den weichen, hellen Sand. Ich \u00fcberquere einige mit Wasser gef\u00fcllte Priele und suche mit den Augen nach und nach die gro\u00dfen B\u00e4ume am Ufer ab. Einige stehen bei Flut tief im Wasser, andere lassen nur ihre Krone \u00fcber das Wasser ragen. Die \u00c4ste wiegen sich sanft im Wind. Auf ein paar der gro\u00dfen, schwarzen Felsen bleibe ich einen Moment sitzen und genie\u00dfe die Aussicht, das Meer und den sch\u00f6nen Strand. Tats\u00e4chlich finde ich auf meinem Weg einige Panthercham\u00e4leons, alles kleine rosa Weibchen. Auf dem R\u00fcckweg finde ich lediglich ein einzelnes M\u00e4nnchen. Entweder sind die M\u00e4nnchen schlechter zu entdecken, oder die Weibchen suchen die Strandn\u00e4he zur Eiablage auf, weil der sandige Boden das Graben erleichtert. Nach rund zwei Stunden schlendere ich zur\u00fcck Richtung Camp, denn die Flut kommt langsam zur\u00fcck \u2013 und nebenbei ruft das Mittagessen. Direkt am Strand finde ich ein einzelnes Cham\u00e4leon-Ei, das sogar befruchtet aussieht \u2013 ob es das Weibchen direkt \u00fcber mir im Baum fallen gelassen hat?<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery gallery-columns-2 wild-book-custom-gallery'><div class='masonry-container masonry-gallery' data-columns='2'><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"980\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7214-Gro\u00df-1024x683.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Mantella laevigata\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7214-Gro\u00df-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7214-Gro\u00df-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7214-Gro\u00df-768x512.jpg 768w, 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Der Felsen ist die \u201eTelefonzelle\u201c Nosy Mangabes, denn nirgends anders auf der Insel gibt es Empfang. Eine gewisse Situationskomik ist schon vorhanden, wenn da ein kleines M\u00e4nnchen in grell leuchtender Kleidung am Rand des Regenwalds auf einem Felsen steht und mit ausgestrecktem Arm im Wind zu telefonieren versucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Weg zu meinem Zelt trete ich fast auf auf eine der vielen Schildechsen. Im Baum, in den ich gestern das verletzte Cham\u00e4leon gesetzt hatte, sitzt der Patient immernoch. Wie ein Faultier h\u00e4ngt er kopf\u00fcber an einem horizontalen Ast. Vor lauter Stress h\u00e4uter er sich schon am Kopf und im vorderen Bereich des K\u00f6rpers, was ich nicht gerade als gutes Zeichen werte. Vorsichtig bugsiere ich ihn zur\u00fcck auf den Ast und helfe ihm, ein paar \u00c4ste weiter nach oben zu klettern, ohne wieder herunterzufallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sandra tischt gegrillten Fisch und Reis auf. Gr\u00e4tenfrei ist hier ein Fremdwort, und so zupfe ich den Fisch mit den Fingern auseinander. So ganz meins ist der rauchige Geschmack definitiv nicht, aber daf\u00fcr kann ich einige Tomaten-Mais-Salate mehr im Tausch haben. Nach dem Essen sitzen alle noch eine Weile beisammen, sinnieren \u00fcber das Inselleben und leeren die beiden Teller mit Bananen. Ich versuche, meine unz\u00e4hligen M\u00fcckenstiche mit einem Hitze entwickelnden Ger\u00e4t auszubrennen, das meiner Meinung nach aussieht wie ein Schwangerschaftstest. Naja, solange es hilft. Oben vor dem Haus gackert es pl\u00f6tzlich laut und aufgeregt \u2013 es lassen gerade wieder einige gefiederte Mitbewohner ihr Leben f\u00fcr das Abendessen. Auf der anderen Seite der Insel br\u00fcllen gerade mal wieder die Varis sich an, aber das wohl eher aus Gr\u00fcnden der Revierverteidigung. Konkurrenz machen ihnen von der Lautst\u00e4rke her nur die Kreiss\u00e4gen-Zikaden, die ich schon von Marojejy kenne und von denen es hier auch etliche gibt. Unglaublich, dass ein so kleines Insekt derart laut sein kann. \u00dcberhaupt ist heute alles sehr laut \u2013 die Brandung rauscht mit lautem Krachen gegen den Strand und die Felsen, und hohe Wellen t\u00fcrmen sich im Meer auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_642\" aria-describedby=\"caption-attachment-642\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-642\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-1024x683.jpg\" alt=\"Kr\u00f6te\" width=\"980\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7249-Gro\u00df.jpg 1620w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-642\" class=\"wp-caption-text\">Was man auf dem Weg zum Zelt am Nachmittag findet<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen ist die Flut auf ihrem H\u00f6chststand, und macht wie gestern keinerlei Anstalten, wieder zur\u00fcckzugehen. Patrick will etwas mehr Deutsch lernen und ich Malagasy \u2013 das trifft sich gut, und so lernen wir beide etwas. Ein paar unserer Gruppe unternehmen einen Ausflug mit Jean-Emil zum alten Leuchtturm auf der anderen Seite der Insel: Ein verrosteter kleiner Turm, der angeblich sogar noch genutzt wird. In der H\u00fctte bleibt man nicht lang allein \u2013 kaum stehen ein paar Flaschen Rum auf dem Tisch, setzen sich Guides und Inselw\u00e4chter zu uns, um tatkr\u00e4ftig beim Verzehr der Getr\u00e4nke zu helfen. Im Gespr\u00e4ch mit ihnen erf\u00e4hrt man so einiges \u00fcber die Insel. Zum Beispiel erfahre ich, dass so gut wie keine Touristen nach Nosy Mangabe kommen, obwohl es einfach eine Trauminsel ist. Werbung gibt es kaum, die Anreise per Flugzeug \u00fcber Sambava oder Toamasina ist beschwerlich und nur einzelne Reiseanbieter haben die Gegend \u00fcberhaupt in ihrem Programm. Mehrere N\u00e4chte bleibt hier im Jahr nur eine einzige Gruppe \u2013 wir. Eine Verdienstm\u00f6glichkeit f\u00fcr K\u00fcchencrew oder Inselw\u00e4chter, die nicht local guides sind, gibt es also auf der Insel den Gro\u00dfteil des Jahres gar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weshalb und vor allem wegen wem die Nachtwanderungen in den Nationalparks verboten wurden, erz\u00e4hlen uns die M\u00e4nner auch. Ich kann nur staunen, wie manche Menschen ihre Lemuren-Hochglanzfotos f\u00fcr das ein odere andere Buch zu Stande bringen oder allen Ernstes versuchen, trotz absolutem Verbot Tiere von der Insel zu schmuggeln. Etliche sehr bekannte Namen fallen, und das ist mehr als traurig. Seit dem Nachtexkursionen-Verbot erz\u00e4hlen au\u00dferdem einige Hoteliers in Maroantsetra ihren G\u00e4sten, es g\u00e4be keine Aye-Ayes mehr auf Nosy Mangabe, weshalb eine Fahrt dorthin sich nicht lohnen w\u00fcrde. De facto gibt es jedoch sogar Studien \u00fcber die Fingertiere der Insel, und man kann am Tage etliche Fra\u00dfspuren an den B\u00e4umen finden. Die M\u00e4nner best\u00e4tigen, dass definitiv Aye-Ayes auf der Insel leben \u2013 nur sind sie eben nachtaktiv. Dazu fehlt den Inselw\u00e4chtern wie den Guides die n\u00f6tige Ausr\u00fcstung, nicht einmal Taschenlampen haben sie. Solche Gespr\u00e4che stimmen mich sehr nachdenklich. Wem liegt \u00fcberhaupt etwas an dieser Insel und wer au\u00dfer der Hand voll Menschen hier sorgt f\u00fcr den Schutz der seltenen Arten?<\/p>\n<figure id=\"attachment_631\" aria-describedby=\"caption-attachment-631\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-631\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7238-Gro\u00df-683x1024.jpg\" alt=\"Nosy Mangabe\" width=\"450\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7238-Gro\u00df-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7238-Gro\u00df-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7238-Gro\u00df-500x750.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7238-Gro\u00df.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-631\" class=\"wp-caption-text\">Rum im Kerzenschein<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir warten mit dem Abendessen, bis alle wieder beisammen sind. Die H\u00fchner von heute morgen haben ihren Weg ins Essen und unter die Nudeln gefunden. Ich krieg aber absolut kein \u201eMalagasy sportive chicken\u201c, wie ich die H\u00fchner getauft habe, mehr herunter. Also begn\u00fcge ich mich mit einer gro\u00dfen Portion Nudeln pur und genie\u00dfe danach flambierte Bananen. Es ist unser letzter Abend auf der Insel, und Bj\u00f6rn spendiert nach dem Abendessen die \u00fcbrigen Flaschen Rum mit Cola. Wir versammeln uns gemeinsam mit den Guides und Inselw\u00e4chtern zu einer geselligen Runde unter dem Dach unserer Gemeinschaftsh\u00fctte. In einer kleinen Kabary dankt man sich gegenseitig f\u00fcr den Besuch, die tollen F\u00fchrungen \u00fcber die Insel, die gute K\u00fcche und die sch\u00f6nen gemeinsamen Tage. Jean-Emil \u00fcbt sich in einigen Worten Deutsch \u2013 und zur \u00dcberraschung aller kann er \u201eWir lagen vor Madagaskar\u201c in nahezu perfektem Deutsch singen (und selbstverst\u00e4ndlich singt er es auch vor). Sogar die zweite Strophe bekommt er problemlos hin, w\u00e4hrend die meisten von uns schon M\u00fche haben, sich an den Text der ersten zu erinnern. Damit erkl\u00e4rt sich mir jetzt auch, wer am ersten Tag st\u00e4ndig \u201eOh Tannenbaum\u201c im dichtesten Regenwald pfiff&#8230; Tanala erz\u00e4hlt die Geschichte, woher der Name Vazaha kommt\u00a0 und Augustin \u00fcbersetzt die Legende\u00a0 &#8211; deutlich dramatischer und mit wesentlich mehr Gestik \u2013 \u00a0auf Malagasy. Die Madagassen hier haben die Angewohnheit, die letzten W\u00f6rter jedes Satzes noch einmal zu wiederholen, so dass eine eigentlich kurze Unterhaltung unfreiwillig doppelt so lang wird. Das klingt dann in etwa so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eThere once was a king and a queen.\u201c<br \/>\n\u201eA king and a queen, ya&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eThey had a son.\u201c<br \/>\n\u201eA son, ya&#8230; The king and the queen?\u201c<br \/>\n\u201eYes, the king and the queen had a son&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eHad a son, ya&#8230;.\u201c<br \/>\n\u201eThey called him Vazaha&#8230;.\u201c<br \/>\n\u201eVazaha, ya&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so weiter. Obwohl ich nur wenig Malagasy, die meisten gar keines und die Madagassen daf\u00fcr mehrheitlich kaum Englisch sprechen, wird es eine lange Nacht mit vielen lustigen Anekdoten, Albereien und Geschichten. Es ist ein Abend unter guten Freunden.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in German.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":643,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[253,78,263,229,29,121,160,99,220,250,37,190,168,228,80,224],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/628"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=628"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5875,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/628\/revisions\/5875"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}