{"id":553,"date":"2014-03-27T20:44:24","date_gmt":"2014-03-27T19:44:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=553"},"modified":"2021-03-28T12:10:08","modified_gmt":"2021-03-28T10:10:08","slug":"ueber-den-wolken-nach-maroantsetra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2014\/03\/27\/ueber-den-wolken-nach-maroantsetra\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Wolken nach Maroantsetra"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag beginnt zwar heute relativ sp\u00e4t, aber schon um acht Uhr morgens ist das Klima v\u00f6llig unertr\u00e4glich. Es ist locker \u00fcber 35\u00b0C warm und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass es eigentlich jeden Moment regnen m\u00fcsste. Ein Dampfbad ist nichts dagegen! <!--more-->Das Fr\u00fchst\u00fcck, frische warme <em>pain auch chocolat<\/em> und hei\u00dfer Tee, hilft nur wenig. Die Rechnung f\u00fcr die letzten Tage muss auch noch gezahlt werden. W\u00e4hrend ich darauf warte, dass der Hotelangestellte einen Zettel beschriftet und nacheinander aus einem Wust an herumfliegenden Zetteln die richtigen herauszufinden versucht, kraule ich eine kleine rote Katze, die mir um die Beine streicht. Irgendwann ist die Rechnung fertig, ich zahle und muss dann nochmal meine Rechnung zur\u00fcckgeben, denn auf bezahlte Rechnungen muss ja noch ein Hotelstempel. Links von der Ladentheke werden Kleinigkeiten wie Honig, Kekse, Bonbons und auch Marmelade verkauft. Ich erkenne die Tamarindenmarmelade aus Camp Mantella wieder \u2013 und kaufe mir eine. Auch dieses Glas ist liebevoll mit Tesafilm \u201eversiegelt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck folgt mir eine freundliche Frau ins Bungalow, dr\u00fcckt mir eine Rechnung in die Hand und ich peile erstmal nicht, dass sie mir eigentlich die W\u00e4sche geben m\u00f6chte. Extrem stinkende, feuchte W\u00e4sche von zwei Personen waschen zu lassen kostet 24.000 Ariary (ungef\u00e4hr 7 \u20ac), und sogar geb\u00fcgelt haben sie alles. Die frisch geb\u00fcgelte W\u00e4sche muss leider direkt in den wenig ordentlich gepackten Rucksack. Au\u00dferdem habe ich ein paar Socken vergessen abzugeben, und die stinken so unglaublich, dass sie mehrheitlich vor der T\u00fcr ausgelagert waren \u2013 jetzt m\u00fcssen sie f\u00fcr den Flug irgendwo in den Rucksack. Die Stinkesocken kriegen eine eigene Au\u00dfentasche f\u00fcr sich und ich hoffe, dass die frisch gewaschene W\u00e4sche heute Abend auch noch einen Hauch von Frische hat. Diese Taschenpackerei dauernd nervt irgendwie. Aber schlie\u00dflich ist alles verstaut und liegt brav vor dem Bungalow, bereit zur Abfahrt. Der Bus kommt aber erst sp\u00e4ter, daher suche ich im Hof nach den Panthercham\u00e4leons von gestern und versuche, die Herrschaften auszumessen und zu wiegen. Wie erwartet sind die Gewichte nicht sonderlich hoch, \u00fcber 100 Gramm kommt keiner. Ich plaudere mit Frank, Bj\u00f6rn und den beiden \u00d6sterreichern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_563\" aria-describedby=\"caption-attachment-563\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-563\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-1024x768.jpg\" alt=\"Nephilas am Flughafen von Sambava\" width=\"980\" height=\"735\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-940x705.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/nephilas-500x375.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-563\" class=\"wp-caption-text\">Nephilas am Flughafen von Sambava<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen elf Uhr steht unser lila Bus wieder im Hof. Die Rucks\u00e4cke, Taschen und Koffer werden auf dem Dach zusammengeschn\u00fcrt. Tanala und ich quetschen uns neben den Fahrer, die Fotorucks\u00e4cke auf dem Scho\u00df und ganz oben liegt noch der schwarze Ordner f\u00fcr Sylvain. Wir gurken zum kleinen wei\u00dfen Flughafengeb\u00e4ude, und ich bin eigentlich ganz froh, aus dieser unertr\u00e4glichen Hitze herauszukommen. An den Strommasten und Z\u00e4unen direkt am Flughafengeb\u00e4ude haben unendlich viele<em> Nephila<\/em> ihre Netze gespannt. Zu Hunderten sitzen sie darin, irgendwie ein bisschen gruselig. Aber gegen die Spinnen aus Camp Mantella sind das ja nette Tierchen, zumindest bewegen sie sich nicht so schnell aus ihren Netzen raus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach und nach checken alle ein und bekommen ihr Ticket. Die Stewardess am Schalter weist mich noch darauf hin, dass ich meine an den Rucksack gebundenen Schuhe bitte noch irgendwo unterbringen muss. Die H\u00fchner der Dame hinter mir werden vermutlich ein geringeres Problem darstellen. Leider ist mir immernoch schummerig und deshalb setze ich mich lieber nach drau\u00dfen zum Warten, neben einem der wei\u00dfen Pfeiler ist ein wenig Schatten. Thorsten bringt mir eine Fanta nach drau\u00dfen \u2013 lustigerweise Ananas-Geschmack, ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Ich beobachte das Treiben vor dem Flughafen. Viel passiert nicht. Menschen kommen und gehen, steigen aus und in Taxis ein. Die Mode ist hier etwas eigenartig. Von der 20 bis zur 60j\u00e4hrigen, die (durchaus recht beleibten) Madagassinen stehen anscheinend auf Neonfarben und extrem enge Shirts genauso wie kurze R\u00f6ckchen. Eine sch\u00e4tzungsweise 30j\u00e4hrige Madagassin im extrem engen und kurzen pinken Kleidchen hat eine maximal achtj\u00e4hrige Tochter dabei, die ebenfalls High Heels und einen Rock tr\u00e4gt, der an Freiz\u00fcgigkeit nur noch durch Nacktheit zu \u00fcberbieten w\u00e4re. Das ist irgendwie ein bisschen&#8230;.naja. M\u00fcsste nicht sein. Die Hitze ist selbst im Schatten der pure Wahnsinn.<\/p>\n<figure id=\"attachment_560\" aria-describedby=\"caption-attachment-560\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-560\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n.jpg\" alt=\"Flughafen von Masoala\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n.jpg 960w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n-940x705.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/10169123_10202560046217022_1285973972_n-500x375.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-560\" class=\"wp-caption-text\">Die Flughafenhalle von Maroantsetra. Mit H\u00fchnern.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach fast zwei Stunden ert\u00f6nt eine laute Sirene. Vermutlich das Zeichen, die Zebus von der Landebahn zu treiben, denn ein Flugzeug ist noch nicht in h\u00f6rbarer Reichweite. Tats\u00e4chlich dauert es noch eine halbe Stunde, bis \u00fcberhaupt etwas landet, und noch eine weitere halbe, bis wir endlich einsteigen d\u00fcrfen. Meine Laune sickert passend zu meinem brummenden Kopf irgendwo auf Bodenniveau herum. Wenigstens ist die Klimaanlage im Flieger an und die Luft wird angenehm. Kaum sind wir in der Luft, setzt die kleine Propellermaschine schon wieder zum Landeanflug an. Ein Blick nach unten l\u00e4sst mich etwas die Luft anhalten. Die Landebahn ist winzig, vielleicht 300 Meter lang, biegt sich in der Mitte nach oben und ist zur H\u00e4lfte von Gras \u00fcberwuchert. Aber der Pilot kann offensichtlich fliegen, denn wir landen ohne Zwischenfall. Das Flughafengeb\u00e4ude ist noch winziger als das in Sambava, ebenfalls wei\u00df und sehr allein auf weiter Flur. Als ich aussteige, atme ich erstmal tief ein \u2013 die Luft ist soooviel besser hier! Es ist angenehm warm und ein kleines L\u00fcftchen geht. Hier kann ich bleiben. Ich gehe einmal quer durch die kleine Halle und setze mich davor auf die Stufen. Eine Schar kleiner Kinder kommt von einer H\u00fctte, die Souvenirs wie bunte Basth\u00fcte und Taschen anbietet, angelaufen. Ich gebe ihnen ein paar der Luftballons, die ich noch im Rucksack habe. Und unseligerweise zeigt Thorsten ihnen, wie man mit dem noch offenen Luftballon laut quietschen kann. Die n\u00e4chsten zwanzig Minuten quietschen, tr\u00f6ten und qu\u00e4ken die Kinder um die Wette.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich mein Gep\u00e4ck abhole, schauen mich aus der Halle zwei riesige dunkle Augen an. Ein pummeliges Baby auf dem Arm seiner Mutter beobachtet neugierig die Vazaha mit der komischen Hautfarbe und dem vielen Gep\u00e4ck. Mit seinen niedlichen Speckr\u00f6llchen sieht es ein bisschen aus wie ein Marshmallow. Ich sage ihm vorsichtig Salama und winke, und das kleine Marshmallowbaby f\u00e4ngt an zu lachen. Wir passen nicht alle zusammen in den Bus, deshalb holt uns zus\u00e4tzlich noch ein kleiner blauer Renault ab. Die Zelte und ein paar Rucks\u00e4cke werden in den Renault geladen, der Rest landet auf dem Dach des Busses. Als ich einsteige, entdecke ich erstmal diverse wirr zusammengesteckte Kabel, die unter dem Handschuhfach hervorschauen. Falls der Schl\u00fcssel mal weg ist, kann man den Bus wohl auch per Hand starten. Unter dem R\u00fcckspiegel h\u00e4ngt ein noch in die Plastikfolie eingepacktes Duftb\u00e4umchen, das w\u00e4hrend der Fahrt hin- und herschwankt. Ein roter Sandpfad f\u00fchrt uns auf eine asphaltierte Stra\u00dfe \u2013 oder das, was von der irgendwann mal asphaltierten Stra\u00dfe noch \u00fcbrig ist. L\u00f6cher, ausgebrochene Kanten und eine Menge Sandl\u00f6cher pflastern den Weg. Auch die Stahlbr\u00fccke sieht wenig vertrauenserweckend aus, aber sie h\u00e4lt den Bus locker aus. Die Stra\u00dfe ist ein riesiger Kontrast zu der sie umgebenden Natur: Alles um mich herum ist gr\u00fcn und frisch und dicht bewachsen.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery gallery-columns-2 wild-book-custom-gallery'><div class='masonry-container masonry-gallery' data-columns='2'><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-1024x683.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Maroantsetra\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7686-e1505905418468.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-1024x683.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Maroantsetra\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_7398-Gro\u00df.jpg 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Maroantsetra gef\u00e4llt mir auf Anhieb. Die Stadt lebt und pulsiert, \u00fcberall sind Menschen. Direkt rechts hinter dem Ortseingang liegt ein gro\u00dfer Markt, auf dem Obst, Snacks und allerlei Krimskrams angeboten wird. Viele Geb\u00e4ude sind mit in der Sonne etwas ausgebleichten bunten Brettern gebaut, was aussieht wie original Saloons aus alten Westernfilmen. Hier und da f\u00e4hrt ein Unimog, schwer beladen mit Taschen, Reiss\u00e4cken und sicher 20 Menschen, an uns vorbei. Das sind hier die Ersatzfahrzeuge f\u00fcr die Taxibrousse, denn der Landweg zu allen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten der Umgebung, allen voran Toamasina (Tamatave), ist mit normalen Fahrzeugen \u00fcberhaupt nicht zu meistern. Der Fahrer erz\u00e4hlt, dass es selbst mit dem Unimog bei gutem Wetter f\u00fcnf Tage dauert, um die 450 km zu schaffen. Um Stra\u00dfenbau k\u00fcmmert sich hier niemand, und das schon seit Jahrzehnten. Touristen verirren sich entsprechend selten hierhin, obwohl Masoala der gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Nationalpark Madagaskars ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stra\u00dfe nach und durch Maroantsetra endet mitten in der Stadt in Sand und Steinen. Es geht einen kleinen H\u00fcgel nach oben zu einer gro\u00dfen Br\u00fccke, dahinter geht es steinig und l\u00f6chrig nach unten auf einem Sandweg weiter. Links am Fluss liegt ein kleiner Hafen. Nur einige Meter weiter rechts geht es zu unserem Hotel, dem Coco Beach. Wei\u00dfe H\u00fctten mit Palmblattd\u00e4chern begr\u00fc\u00dfen uns. Das Hauptgeb\u00e4ude ist recht gro\u00df und verf\u00fcgt \u00fcber eine sch\u00f6ne helle, \u00fcberdachte Terrasse direkt am Fluss. Der betonierte \u201eBalkon\u201c davor h\u00e4ngt allerdings schon reichlich schief und gerade jetzt, wo die Flut das Wasser in die Flussm\u00fcndung schiebt, steht es schon auf dem Betonboden. Links der Terasse liegt ein kleiner Garten mit diversen eingetopften Pflanzen, ein paar Palmen und Orchideen. Inzwischen ist es Nachmittag und ich bestelle, ohne wirklich zu wissen was vom H\u00fchnchen genau es ist, \u201ebeignet des poulets\u201c. Jetzt ist Zeit, zu entspannen. Die nackten F\u00fc\u00dfe in der Luft, bequem in einem der Sessel mit dunklem Holz und dicken hellen Polstern sitzend, l\u00e4sst sich das Leben doch genie\u00dfen. Ich beobachte einen Fischer in seiner Piroge auf dem Fluss, der wenige Meter vor der Terasse seine Reusen nach und nach aus dem Wasser holt, kontrolliert, ein paar kleine Fische herausnimmt und die Fangbeh\u00e4lter wieder zur\u00fcck in die Flut versenkt. Direkt neben dem Balkon des Hotels ist ein schmaler Holzsteg, dessen Bretter gerade von ein paar Madagassen ausgebessert werden. Mit sehr rudiment\u00e4ren Werkzeugen schlagen Sie Nischen in das Holz, um passgenau andere Bretter hineinzuklinken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_558\" aria-describedby=\"caption-attachment-558\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-558\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-1024x671.jpg\" alt=\"Phelsuma lineata\" width=\"980\" height=\"642\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-768x503.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-940x616.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df-500x327.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/MG_6574-Gro\u00df.jpg 1649w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-558\" class=\"wp-caption-text\">Phelsuma lineata<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Neugier treibt mich irgendwann dazu, die Palmen und Pflanzen des Hotels nach Tieren abzusuchen. Taggeckos gibt es hier reichlich, aber leider sind sie sehr scheu und verschwinden schon bei der kleinsten Bewegung zwischen die Bl\u00e4tter. Und Skolopender soll es hier geben, aber zum Gl\u00fcck treffe ich keinen im gem\u00e4hten Gras. Etwas sp\u00e4ter bringen die netten M\u00e4dels des Hotels frittierte, sehr leckere H\u00fchnchenteile &#8211; und schwupps, sind sie auch schon alle weggegessen. Echt lecker! Danach bequeme ich mich dann auch, unser H\u00e4uschen, das Bungalow namens \u201eAnanas\u201c, anzuschauen. Vorher bestelle ich aber noch schnell das Abendessen, denn obwohl wirklich viele Hotelangestellte herumwuseln, klappt in der K\u00fcche alles nur sehr langsam. Die \u201eAnanas\u201c ist ein wei\u00dfes Steinhaus mit Palmdach \u2013 und sieht von innen viel kleiner aus als von au\u00dfen. Innen ist rechts ein durch eine kopfhohe Steinmauer abgetrennter Badbereich mit Duschwanne, Toilette und einem kleinem Waschbecken samt Spiegel. Zwischen Dach und Steinwand sind Moskitonetze gespannt, aber angesichts der zahllosen L\u00f6cher darin sind die wohl eher Schau. Links befindet sich ein Bett samt (dichtem) Moskitonetz, ein\u00a0 gro\u00dfer klobiger Holzschrank und ein kleiner Tisch inkusive Sessel. Die M\u00f6bel sind, wie fast alles hier, aus dunklem Tropenholz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abendessen gibt es steinharte, trockene Frikadellen mit Pommes. Ich glaube, da wurde ein ganzes Zebu in eine einzige Frikadelle zusammengepresst. Der Crepe au chocolat zum Nachtisch entsch\u00e4digt jedoch daf\u00fcr. Ein beiger Hund streunert im Dunkeln um die Terasse. Ich wei\u00df nicht, ob er zum Hotel geh\u00f6rt und als Wachhund fungiert, oder ob er einfach ein Streuner aus der Umgebung ist, der auf ein klein wenig abfallendes Essen hofft. Vielleicht ist er auch beides.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pl\u00f6tzlich bin ich todm\u00fcde. Es ist nicht wirklich sp\u00e4t, aber ich verabschiede mich direkt in mein Bett.\u00a0\u00a0 Der k\u00fchle Wind l\u00e4sst mich hoffen, dass ich heute Nacht mal wieder richtig gut und erholsam schlafen k\u00f6nnen werde. Ich gehe erstmal noch schnell auf die Toilette \u2013 ein kontrollierender Blick durch den Sanit\u00e4rbereich versichert mir, dass hier keine unerw\u00fcnschten Bewohner sein sollten. Leider t\u00e4usche ich mich da gewaltig. Gerade bin ich mit dem Toilettengang fertig, als ich hinter dem Waschbecken eine mehr als Hand gro\u00dfe Spinne entdecke. Ein Riiieeeeenvieh! Die letztes Jahr waren nichts dagegen. Naja, immerhin habe ich diesmal einen Mann im Bungalow, also k\u00f6nnte der sich doch um das Problem k\u00fcmmern. \u201eSchaaaahaaatz, da ist eine SEHR GRO\u00dfE Spinne hinter dem Pfosten vom Waschbecken&#8230;kannst du die mal wegmachen?\u201c Tanala bejaht und geht ins Bad. Als n\u00e4chstes h\u00f6re ich ein lautes \u201eUi! Ja, die ist ECHT gro\u00df!\u201c &#8211; und l\u00e4chelnd kommt er, v\u00f6llig unger\u00fchrt, wieder die zwei Stufen aus dem Bad zur\u00fcck. Na super. Schlussbemerkung: Und zum Erschlagen ist das Riesentierchen einfach viel zu schnell. Viel. Zu. Schnell. Aber zumindest ist sie jetzt au\u00dferhalb meiner Sichtweite. F\u00fcr heute reicht das.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":554,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[247,49,248,50,65,154,155,246,249,44,202,79,698],"class_list":["post-553","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nordosten-2014","tag-air-madagascar","tag-flug","tag-flughafen","tag-flugtag","tag-geckos","tag-kinder","tag-luftballons","tag-maroantsetra","tag-masoala","tag-phelsuma-lineata","tag-sambava","tag-spinnen","tag-trichonephila-inaurata-madagascariensis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=553"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5868,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/553\/revisions\/5868"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}