{"id":2338,"date":"2016-03-31T21:10:16","date_gmt":"2016-03-31T19:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=2338"},"modified":"2021-03-24T13:13:40","modified_gmt":"2021-03-24T12:13:40","slug":"mondlandschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2016\/03\/31\/mondlandschaften\/","title":{"rendered":"Mondlandschaften"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag beginnt schon fr\u00fch. Ich mummele mein <em>Pain au chocolat<\/em> von gestern auf. Dimby, Eric, Andry, Mika, Gris und Choa wollten eigentlich um Sechs hier sein. Aber es dauert und dauert. Der Verkehr in Tana ist heute wohl enorm dicht. Erst wesentlich sp\u00e4ter f\u00e4hrt der erste Toyota Landcruiser in die Einfahrt des Raphia, und nach und nach folgen die anderen. Dimby mit seinem neuen blauen Landcruiser kommt als letztes. Er hat auch Jos\u00e9 mitgebracht, der uns ebenfalls in den Norden begleiten wird. Man begr\u00fc\u00dft sich herzlich, das Gep\u00e4ck wird auf die Autod\u00e4cher gehoben und in Planen verschn\u00fcrt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich geht es los. Es ist kurz nach acht, als wir das rumpelige Kopfsteinpflaster vor dem Raphia herunterfahren und an dem kleinen rot-wei\u00dfen Tor auf die normale Stra\u00dfe wechseln. Das Tor ist eng, und wir bewegen uns in Zeitlupe hindurch. Dann geht es schneller voran. Wir fahren durch viele Vororte von Antananarivo auf der RN4 ins n\u00f6rdliche Hochland. Irgendwo kurz hinter Antananarivo halten wir in einem Dorf an. Eric will hier Wasser kaufen, und die Jungs gehen gemeinsam kurz fr\u00fchst\u00fccken. Dimby dr\u00fcckt mir ein kleines D\u00f6schen in die Hand: &#8220;A little present from Mapy\u201c. Ich mache es vorsichtig auf, und darin liegt ein wundersch\u00f6nes, silbernes Vango Vango mit blauen Edelsteinen an den Enden. Wow, was ein tolles Geschenk, ich bin wirklich baff. \u00dcberschwenglich bedanke ich mich. Vango Vangos sind urspr\u00fcnglich Silberarmreifen von den Vezo, einem Volk von Fischern an der K\u00fcste Madagaskars. Sie lie\u00dfen der Sage nach schon vor Hunderten von Jahren jegliches Edelmetall in ihrem Besitz zu Armb\u00e4ndern arbeiten, um es immer mit sich tragen zu k\u00f6nnen. Heute werden Vango Vangos von jedem auf Madagaskar getragen, der es sich leisten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Tag \u00fcber fahren wir durch die Mondlandschaften des n\u00f6rdlichen Hochlandes. Kurve um Kurve schraubt die Stra\u00dfe sich in die H\u00f6he und dann wieder nach unten. Endlose H\u00fcgel nur von Gras bedeckt, ein paar kleine Gew\u00e4sser schl\u00e4ngeln sich durch das Gr\u00fcn. Winzige Ansammlungen von B\u00e4umen um ein paar H\u00fcttend\u00f6rfer, das war\u2019s. Bei einer Pause finden die Jungs zu meiner \u00dcberraschung ein weibliches Furcifer viridis, das scheinbar mitten in dieser Ein\u00f6de im hohen Gras lebt. Es ist wunderh\u00fcbsch rosa gef\u00e4rbt \u2013 M\u00e4dchenfarbe halt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2347\" aria-describedby=\"caption-attachment-2347\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-2347\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1979-1024x683.jpg\" alt=\"Furcifer viridis\" width=\"980\" height=\"654\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2347\" class=\"wp-caption-text\"><em>Furcifer viridis<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir aus dem Hochland heraus kommen, wird die Umgebung ein bisschen gr\u00fcner. Savannen wechseln sich mit kleinen Sekund\u00e4rw\u00e4ldern ab. Eine <em>Thamnosophis<\/em> sonnt sich am Stra\u00dfenrand. Als wir \u00fcber eine kleine Br\u00fccke mit eisernem Gel\u00e4nder fahren, entdecke ich im Geb\u00fcsch hinter einem Mangobaum etwas kleines Gr\u00fcnes. \u201eOooh stop, mihisy viridis lehilay!\u201c br\u00fclle ich noch. Dimby tritt auf die Bremse, ich h\u00fcpfe aus dem Auto und flitze zu dem Geb\u00fcsch. Tats\u00e4chlich klettert da ein neongr\u00fcnes M\u00e4nnchen von <em>Furcifer viridis<\/em> ins dornige Geb\u00fcsch. Leider ist es durch die Sonne perfekt aufgew\u00e4rmt und viel schneller als ich. Und so verschwindet es, bevor ich auch nur nach einem passenden Angel-Ast schauen konnte. Zu beiden Stra\u00dfenseiten stehen immer mehr Mangob\u00e4ume. Die H\u00fcttend\u00f6rfer werden \u00e4rmer und die Steinh\u00e4user weniger. Wir \u00fcberqueren den Betsiboka, dessen orangefarbenes Wasser leuchtet. Gurgelnd st\u00fcrzt das Wasser unter der gro\u00dfen Br\u00fccke in die Tiefe. In den ausgewaschenen Felsen am Rand des Flusses steht das Wasser. Ein paar Kinder spielen darin.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery gallery-columns-2 wild-book-custom-gallery'><div class='masonry-container masonry-gallery' data-columns='2'><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-683x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Betsiboka\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-940x1410.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-500x750.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2005-e1508527377342.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-683x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Betsiboka\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-940x1410.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-500x750.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A1991-e1508527389992.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Nachmittag halten wir an einem Restaurant in Maevatanana f\u00fcr ein sp\u00e4tes Mittagessen. Das gro\u00dfe Restaurant ist eher eine wei\u00df gestrichene, niedrige Halle, und wir setzen uns im hinteren Teil unter zwei Ventilatoren an eine lange Tafel. Ich esse nichts, mir ist viel zu warm hier. Es hat gute 33\u00b0 im Schatten. Man schwitzt vom Nichtstun, und vom langsamen Laufen noch mehr. In einem schlammigen Feld, dass man durch die unverglasten Fenster des Restaurants sehen kann, sitzt ein <em>Furcifer oustaleti<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir losfahren sollen, sitzt ein magerer Hund unter dem Auto. Erst als der Motor anspringt, l\u00e4uft er weg. Irgendwann erreichen wir endlich Ambondromamy, die letzte Stadt vor dem Nationalpark Ankarafantsika. Es d\u00e4mmert bereits, in K\u00fcrze wird es stockfinster sein. Und wir haben noch einige Kilometer vor uns. Die Zebus der umliegenden D\u00f6rfer werden gerade nach Hause getrieben. \u00dcberall laufen sie auf der Stra\u00dfe herum. Schlie\u00dflich geht das Licht aus. Im Dunkeln fahren wir noch lange, lange weiter. Nach einer schieren Ewigkeit erreichen wir Ankarafantsika. Dimby biegt links auf den sandigen Parkplatz ein. Tanala und die Jungs bauen die Zelte auf, meines und Tanalas steht auf einem runden Betonrondell unter einem Holzdach.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2351\" aria-describedby=\"caption-attachment-2351\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2351 size-large\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-1024x647.jpg\" alt=\"Auf dem Weg nach Ambondromamy\" width=\"980\" height=\"619\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-1024x647.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-768x485.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-940x594.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516-500x316.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/27A2014-Medium-e1508527541516.jpg 1111w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2351\" class=\"wp-caption-text\">Irgendwo auf dem Weg nach Ambondromamy<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um zehn Uhr haben Eric und Andry in ihrer winzigen provisorischen K\u00fcche, die aus einer halboffenen steinernen H\u00fctte mit Wasseranschluss und Feuer besteht, leckeres Abendessen zubereitet. Es gibt W\u00fcrstchen, Reis und megaleckeres Gem\u00fcse. Am Rande unserer Essensh\u00fctte versteckt sich eine kleine Fledermaus. Gris und Choa haben ihren erfolgreichen Fahrtag bereits ausgiebig begossen, und zusammen mit Jos\u00e9s Gitarre und Dimbys Gesang bilden sie eine sehr laute kleine Band. Schlafen wird schwierig. Noch nach Mitternacht schallen alle m\u00f6glichen Pflanzungen auf den \u201ePlantaaatioooooons\u201c \u00fcber den Zeltplatz. Das Lied scheint nur zu viel Rum zu funktionieren.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in German.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2340,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[463,77,71,464,78,81,461,73,74,462,352,80],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2338"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2338"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5743,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2338\/revisions\/5743"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}