{"id":1604,"date":"2015-03-27T20:40:45","date_gmt":"2015-03-27T19:40:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.masika-sipa.de\/?p=1604"},"modified":"2021-03-28T16:38:08","modified_gmt":"2021-03-28T14:38:08","slug":"rueckkehr-nach-marojejy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/2015\/03\/27\/rueckkehr-nach-marojejy\/","title":{"rendered":"R\u00fcckkehr nach Marojejy"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Stockfinsteren stehe ich auf. Es ist noch kein Strom da, also sammele ich die Reiss\u00e4cke im Dunkeln ein und putze mit Stirnlampe auf dem Kopf meine Z\u00e4hne. Der Tag beginnt mit der \u00fcblichen madagassischen Versp\u00e4tung. Statt um Viertel nach f\u00fcnf ist der wei\u00dfe Bus mit der maroden Windschutzscheibe erst um Viertel vor sechs da. Mosesy l\u00e4dt alle unsere Vorr\u00e4te ein, inklusive lebender H\u00fchner und jeder Menge Eier, die gut gesch\u00fctzt in Unmengen Reis transportiert werden. Die Reiss\u00e4cke mit Getr\u00e4nken und Klamotten, alle fein s\u00e4uberlich mit Edding beschriftet, werden auf dem Dach verschn\u00fcrt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um halb Sieben fahren wir endlich los. Wir sind keine 200 Meter weit gefahren, als Mosesys Handy klingelt. Bruno ist dran, er wollte uns nur daran erinnern, dass wir unser Mittagessen vergessen haben. Also dreht der Bus wieder und h\u00e4lt nochmal vor dem Hotel. 20 lange Minuten warten wir im Bus, w\u00e4hrend die Sonne l\u00e4ngst aufgegangen ist. Setzen die denn gerade den Reis erst auf? Langsam bin ich ein bisschen genervt, wohlwissend, wie schlimm der Marsch nach Marojejy in der Mittagshitze werden kann. Endlich ist Mosesy mit etlichen vollen T\u00fcten zur\u00fcck, es geht los. In Sambava halten wir ein paar Hundert Meter weiter an einem Holzstand mit Unmengen Baguettes. Direkt neben uns stehen zwei Taxibrousse, und die sind jetzt schon voller als unser Bus. Kinderh\u00e4nde winken zu uns r\u00fcber, ich winke zur\u00fcck und l\u00e4chle. Eine Frau hat eine Ziege mit im Bus. Mosesy versucht wirklich, sich zu beeilen, aber das ist auf Madagaskar leider trotzdem nicht gerade schnell. Er muss ausdiskutieren, wessen Baguettes er kaufen soll: Die von der dicken Frau hinter dem Stand, oder die von dem jungen Mann, der eine Unmenge Baguettes mit einer Schnur zusammengebunden auf der Schulter tr\u00e4gt. Irgendwann einigen die drei sich. Die Baguettes wandern in den Bus. Eigentlich will Mosesy bei der Gelegenheit noch Bananen kaufen, aber leider gibt es gerade keine in der direkten Umgebung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1610\" aria-describedby=\"caption-attachment-1610\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1610\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5231-1024x683.jpg\" alt=\"Marojejy\" width=\"980\" height=\"654\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1610\" class=\"wp-caption-text\">Aussichtspunkt mit Blick auf Marojejy<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich geht es weiter. Wir fahren aus Sambava heraus, an den Vanillefabriken vorbei und durch kleine D\u00f6rfer. Alles ist gr\u00fcn und bl\u00fcht. Viele, viele Kurven sp\u00e4ter erhasche ich den ersten Blick auf das Gebirge von Marojejy in weiter Ferne. Ich freue mich sehr darauf, diesen fantastischen, unglaublichen Regenwald wiederzusehen. Nur der Weg dahin macht mir noch etwas Sorgen. Unterwegs begegnen uns einige rostige Taxibrousse, alle schwer und meterhoch beladen mit kunstvoll verschn\u00fcrten gelben Plastikanistern. Das gro\u00dfe Gebirge kommt n\u00e4her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch dreimal halten wir an, und ich schaue genervt auf die kleine Uhr \u00fcber dem Fahrer. Einmal kaufen wir Bananen und Ananas in einem winzigen H\u00fcttendorf irgendwo im Nirgendwo, und dann gleich nochmal. Sp\u00e4ter m\u00fcssen wir nochmal f\u00fcr Zigaretten stoppen, aber die kann man praktischerweise durch\u2019s offene Busfenster kaufen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1612\" aria-describedby=\"caption-attachment-1612\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1612\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5238-1024x614.jpg\" alt=\"Marojejy\" width=\"980\" height=\"588\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1612\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Weg zum Park Office vor Manantenina<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach acht sind wir am Park Office vor Manantenina. Potenzielle Tr\u00e4ger und eine Menge andere Leute aus dem Dorf trudeln gerade nach und nach ein, die meisten in Flip-Flops, viele barfu\u00df. Ich stelle mich schonmal auf unendliche Diskussionen ein. Zu meinem gro\u00dfen Erstaunen geht ab hier alles \u201eschneller\u201c. Nach nur einer Dreiviertel Stunde haben alle sich geeinigt, wer f\u00fcr uns arbeiten darf, was wer tr\u00e4gt und wohin. Die Tr\u00e4ger starten mit ihren vielen Gep\u00e4ckst\u00fccken sofort los, und wir gehen ihnen hinterher. In wenigen Minuten haben sie uns abgeh\u00e4ngt. Mit dem Bus das erste St\u00fcck fahren ist nicht, denn die Stra\u00dfe ist wohl in katastrophalem Zustand. Ist sie tats\u00e4chlich. Die zwei Br\u00fccken existieren zwar noch, aber die Stra\u00dfe ist eigentlich mehr eine h\u00fcfth\u00f6he Rinne mit L\u00f6chern und Steinen. Die Temperatur ist noch ertr\u00e4glich, und es weht ein ganz leichter Wind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1615\" aria-describedby=\"caption-attachment-1615\" style=\"width: 423px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1615\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2-768x1024.jpg\" alt=\"Marojejy\" width=\"423\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2-940x1253.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/marojejy-2014-2.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1615\" class=\"wp-caption-text\">Diesmal noch ziemlich fit am Parkeingang<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir laufen durch Manantenina, immer dem lehmigen Weg folgend. Der junge Mann, der dankenswerterweise meinen Fotorucksack schleppt (ok, und die Wasserflaschen) hei\u00dft Brisco. Wie man im letzten Winkel Madagaskars an so einen Namen kommt? Keine Ahnung, aber er ist sehr nett. Tanalas Rucksack wird von Dimby getragen wie im letzten Jahr (das ist nicht unser Team-Dimby, er ist viel kleiner und schmaler). Sakil\u00e9e ist leider aus irgendeinem Grund verhindert und konnte nicht kommen. Als wir durch die beiden D\u00f6rfer laufen, kommen uns viele bekannte Gesichter entgegen. Es ist ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, schon hier willkommen gehei\u00dfen zu werden. Desir\u00e9e kommt uns mit einem Fahrrad entgegen, und unser Koch Bi kommt aus seinem Haus und tauscht Handschl\u00e4ge aus, als wir vorbeigehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir laufen an Reisfeldern vorbei, unter Mangob\u00e4umen und Tamarinden durch, an kleinen Kaffeeb\u00e4umen vorbei, die gleichzeitig auch als Vanilleplantage genutzt werden. Gegen\u00fcber einem Reisfeld sehe ich ein wahnsinnig toll gef\u00e4rbtes, rot-orangenes Panthercham\u00e4leon und ein sehr h\u00fcbsches Weibchen der gleichen Art. Ich halte mich nicht lange mit ihnen auf, zu gro\u00df ist meine Angst, dass die verschwendete Zeit sich hinterher bitter r\u00e4chen k\u00f6nnte. Tats\u00e4chlich wird es langsam anstrengend. Die kleinen Holzbr\u00fccken sind teils recht marode, es geht H\u00fcgel rauf und H\u00fcgel runter. Der letzte Kilometer bis zum Parkeingang wird ziemlich fies. Trotz des Schwitzens laufe ich heute zumindest ein einigerma\u00dfen normales Tempo. Schon nach anderthalb Stunden erreichen wir den Fluss. \u00dcber gro\u00dfe Findlinge hangele ich mich auf die andere Seite. Nach zwei Stunden erreiche ich die H\u00fctte am Parkeingang. Das kommt mir jetzt alles ganz sch\u00f6n schnell vor. Ich bin dieses Jahr noch erstaunlich fit. Die Wanderung ist zwar sehr anstrengend, aber nach einer halben Stunde Pause kann ich gut weiterlaufen. Gut bew\u00e4hrt hat sich bis hier ein winziger, batteriebetriebener Ventilator, der sogar Wasser spr\u00fchen kann. Gab\u2019s f\u00fcr 5 \u20ac oder so bei Amazon. In Marojejy ist man damit K\u00f6nig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1613\" aria-describedby=\"caption-attachment-1613\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1613\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-1024x683.jpg\" alt=\"Brookesia griveaudi\" width=\"980\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6098-Medium.jpg 1152w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1613\" class=\"wp-caption-text\"><em>Brookesia griveaudi<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Regenwald wird es etwas k\u00fchler, aber es bleibt trocken. Keine Sintflut ergie\u00dft sich \u00fcber meinen Kopf. Ich atme langsam auf. Der Pfad durch den Wald ist ohne Regen extrem gut begehbar und nicht ansatzweise so glitschig und rutschig wie im letzten Jahr. Dass Marojejy trotzdem viel Schwei\u00df fordert, sieht man an Martin: Er kann alle hundert Meter sein Hemd auswringen. Und nein, das ist keinesfalls \u00fcbertrieben, auch wenn ich das selbst bis heute so noch nie gesehen habe. Auswringen meint, dass dabei Schwei\u00df aus dem Hemd tropft. Viel Schwei\u00df. Unterwegs entdecken wir einen <em>Uroplatus giganteus<\/em>, der kopf\u00fcber an einem dicken Baumstamm sitzt, und an einem anderen einen <em>Uroplatus cf. ebenaui.<\/em> Auch wenn beim Laufen wenig Zeit bleibt, den Regenwald zu genie\u00dfen, so ist es doch tausendmal angenehmer zu laufen als im Vorjahr. Wir haben dieses Jahr einen neuen Guide dabei, Guy. Guy ist supernett, aber er m\u00f6chte uns gerne bereits auf dem Weg zu Camp Mantella gef\u00fchlt jeden Baum erkl\u00e4ren. Das ist lieb gemeint, hilft mir aber beim Vorw\u00e4rtskommen nicht. Nachdem ich zig Mal aus H\u00f6flichkeit seinen Erkl\u00e4rungen gelauscht habe, Guy aber nicht einen Bruchteil von meinem Schwei\u00df verliert, beschlie\u00dfe ich, einfach freundlich l\u00e4chelnd an ihm vorbeizulaufen und damit weiterer Baumkunde zu entgehen. Ich gedenke heute noch anzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Mittag erreichen wir Camp Mantella. Direkt auf den letzten Metern springen pl\u00f6tzlich Bambuslemuren \u00fcber unsere K\u00f6pfe. Es sind <em>Hapalemur occidentalis<\/em>, die Art wurde erst 2014 beschrieben. Nur in ein, zwei Metern Abstand bleiben die kleinen Lemuren vor mir sitzen und schauen mich mit ihren gro\u00dfen Augen neugierig an. Wenn das mal keine Begr\u00fc\u00dfung ist! Ich laufe beschwingt, aber klatschnass geschwitzt die Stufen zum Camp herunter. Es ist alles noch genau so wie letztes Jahr: Die Gemeinschaftsh\u00fctte steht noch, und auch die kleinen \u00dcbernachtungsh\u00fctten sind alle noch da. Zeit auszuruhen! Und es gibt auch gleich etwas zu Essen. Die Jungs haben jede Menge Reis mit Gem\u00fcse, Ei und Rindfleisch mitgebracht, alles ordentlich verpackt in Styroporboxen. Die Jungs schaufeln Unmengen davon auf Blechteller, und ich bekomme davon auch eine Ladung vorgesetzt. Ich kriege nicht wirklich viel herunter, und danach ist mir erstmal ein bisschen schlecht. Naja. Ich werfe noch ein bisschen DextroEnergy ein und trinke in einem Zug die zweite Flasche Wasser leer. Hei\u00dfen Tee gibt\u2019s auch.<\/p>\n<div id='gallery-3' class='gallery gallery-columns-2 wild-book-custom-gallery'><div class='masonry-container masonry-gallery' data-columns='2'><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"708\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6226-Gro\u00df-e1506847791647-708x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Bambuslemur\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6226-Gro\u00df-e1506847791647-708x1024.jpg 708w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6226-Gro\u00df-e1506847791647-207x300.jpg 207w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6226-Gro\u00df-e1506847791647-500x724.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6226-Gro\u00df-e1506847791647.jpg 718w\" sizes=\"(max-width: 708px) 100vw, 708px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"980\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-1024x683.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Marojejy\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6001-e1506847677452.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"980\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Marojejy\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel.jpg 1000w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel-940x627.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_5266mittel-500x334.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 15 Uhr geht\u2019s weiter, und ich bin noch erstaunlich motiviert. Aber langsam merke ich meine Beine, und der Weg wird doch noch \u00e4tzend. Im Gegensatz zu letztem Jahr geht es aber immernoch gut. Es geht immer weiter nach oben, und jeder Weg, der kurz nach unten f\u00fchrt, geht danach doppelt so weit steil aufw\u00e4rts. Die Gespr\u00e4che unterwegs sind l\u00e4ngst verstummt, jeder schnauft und schwitzt alleine vor sich hin. Irgendwann stehe ich vor der Betontreppe, die so v\u00f6llig unwirklich inmitten dieses zauberhaften Regenwaldes ist. Die riesigen Stufen sind schwer zu besteigen, f\u00fcr meine K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe ist es eher Klettern. Dahinter wartet schon die Felsplatte mit der blauen W\u00e4scheleine und ein St\u00fcck Weg voller riesiger Wurzeln, zwischen denen man nach oben zu Camp Marojejya steigt. Um halb f\u00fcnf erreiche ich das Camp. Im Bach sitzt schon jede Menge sehr nackte wei\u00dfe Haut, soviel wollte ich gar nicht sehen. Ich strecke kurz meine H\u00e4nde in das k\u00fchle Nass, und laufe erstmal weiter nach oben. Tanalas und mein Zelt steht auf einem kleinen Vorsprung auf dem Weg zwischen Gemeinschaftsh\u00fctte, Klo und den Felsen mit freiem Blick in den Regenwald. Die anderen Zelte stehen etwas ebener am Camp-Eingang und hinter dem kleinen Bach, gesch\u00fctzt von etwas Geb\u00fcsch. Alle sind ziemlich platt vom Marsch \u2013 und ich kann nur wiederholen, heute war es nicht ansatzweise so anstrengend wie letztes Mal. Zu meiner Freude findet sich unten am Eingang zum Camp auch schon das erste Cham\u00e4leon, ein <em>Brookesia griveaudi<\/em>. Es schaut eher gelangweilt, als ich ein Foto von ihm mache. F\u00fcr mich ist das kleine, braune Erdcham\u00e4leon nicht langweilig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als es d\u00e4mmert, finden sich alle in der Gemeinschaftsh\u00fctte ein, die weit oben auf den Felsen thront und einen grandiose Aussicht bietet. Tische werden zusammengeschoben, die Jungs bringen karierte Tischdecken und Zitronengras-Tee. Ich bevorzuge mein im Wasserfall gek\u00fchltes THB und spendiere Brisco auch eines. Schnell wird es dunkel. Nein, eher zappenduster. Man sieht kaum die eigene Hand vor Augen, ohne Kopflampe geht hier gar nichts. Mosesy zeigt mir die Stirnlampe, die Tanala ihm letztes Jahr geschenkt hat. \u201eSo eine haben die ganzen ber\u00fchmtem Biologen auch!\u201c, sagt er, und gro\u00dfer Stolz schwingt in seiner Stimme hat. Au\u00dferdem hat er die Stirnlampe bereits so oft im Einsatz gehabt, dass der Einschaltknopf kaputt gegangen ist. Aber wer Madagasse ist, wei\u00df sich zu behelfen: Mosesy hat einfach den Schalter einer Nachttischlampe dran gebaut, der jetzt lustig \u00fcber seinem rechten Ohr baumelt.<\/p>\n<div id='gallery-4' class='gallery gallery-columns-2 wild-book-custom-gallery'><div class='masonry-container masonry-gallery' data-columns='2'><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_7000-Medium-683x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Marojejy\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_7000-Medium-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_7000-Medium-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_7000-Medium.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_7000-Medium-500x750.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\r\n\t\t\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\r\n\t\t\t\t\t\t<img width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-683x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Boophis madagascariensis\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-940x1410.jpg 940w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-500x750.jpg 500w, https:\/\/www.masika-sipa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/MG_6109-e1506848081479.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/>\r\n\t\t\t\t\t<\/div><\/figure>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei romantischem Kerzenschein gibt es Abendessen, weich gekochtes Zebu mit zerhackten Rippenst\u00fcckchen. Das mit dem Hacken macht man auf Madagaskar allgemein gerne, man kann schlie\u00dflich selbst Knochensplitter noch auslutschen. Dazu gibt es Reis und eine extrem leckere Sauce. Ich schaffe nur wenig davon, und genie\u00dfe etwas mehr von den s\u00fc\u00dfen Ananas zum Nachtisch. Ein kleiner Tipp \u00fcbrigens an dieser Stelle zum Essen mit Kopflampe: Am besten ausschalten und nur die Kerzen brennen lassen. Je heller der Lichtkegel auf dem eigenen Essen, desto mehr Insekten finden sich darin wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Regenwald ist heute Abend relativ leise. Grillen zirpen, ein paar Fr\u00f6sche quaken, ein leichter Nieselregen setzt ein. Eine sanfte Brise streicht durch die hohen B\u00e4ume des Urwalds und l\u00e4sst die Bl\u00e4tter rauschen. M\u00fcde klettere ich die steilen Steinstufen von der H\u00fctte herunter. Einer der gr\u00f6\u00dferen Steine ist etwas lose, man darf deshalb nur auf die linke Seite des Steins treten, sonst legt man sich auf die Nase. Auf dem Weg zum Zelt schaue ich kurz noch nach Tieren, und entdecke einen riesigen, braunen Frosch. Aber f\u00fcr heute muss das reichen, ich bin hundem\u00fcde \u2013 wie alle anderen auch. Schon um Acht senkt sich bleierne Stille \u00fcber das Camp, nur durchbrochen von einem monotonem Schnarchen neben mir. Und drau\u00dfen ein wenig Froschgequake. Und die ein oder andere Zikade.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in German.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1606,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[219,145,290,406,212,227,211,226,78,28,342,407,404,405,203,37,202,76,209,218,80],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1604"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1604"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1604\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5947,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1604\/revisions\/5947"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.masika-sipa.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}