Abschied von Madagaskar

Auf dem Weg nach Tana

Gleise Richtung Tana

Bernard hat mir jetzt fast eine ganze Woche jeden Morgen Zebu-Sandwiches zum Frühstück serviert. Entsprechend irritert ist er, als ich morgens Baguette mit Honig und ein Omelette-Sandwich bestelle. Das ist neu!

Punkt acht Uhr brechen wir auf, es geht zurück in die Hauptstadt, Antananarivo. Der Weg ist lang, kurvig und nur wenige der Baustellen sind inzwischen repariert. Wobei, selbst die „reparierten“ Straßenstellen weisen rund fünf bis zehn Zentimeter Höhenunterschied zum übrigen Asphalt auf und bestehen zumeist aus losem Schotter. Der Bus muss also jetzt genau wie vorher im Schritttempo darüberfahren. An den Rändern ist die Straße wie ausgefressen. Als wir Moramanga passieren, entdecke ich auf einem Schulhof einen vielleicht 80 x 80 cm großen, fest installierten Holzkäfig mit einem Bambuslemur darin. Bevor ich es wirklich registriere, sind wir schon vorbei. Ich hoffe, das macht nicht auch noch Schule, im wahrsten Sinne des Wortes… Ein paar Kilometer weiter fährt tatsächlich mal ein Zug auf den einsamen Schienen, es ist eine uralte Dampflok mit maximal zehn Waggons dahinter. Viele, viele Taxibrousse sind unterwegs, schleudern abenteuerlich um Kurven und überholen in wahnwitzigen Manövern. Gegen Mittag erreichen wir den Rand von Tana. Überall ist Stau und an Durchkommen nicht zu denken. Es wird gehupt und geflucht, bettelnde Kinder rennen zwischen den Autos und Bussen umher. Dimby kauft aus dem Fenster heraus während des Fahrens Handy-Credits.

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Tana

Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana

Auf dem Weg nach Tana


Im Raphia sortiere ich mein Gepäck und versuche, alles sicher und fest zu verpacken. Hoffentlich geht nichts kaputt…

Zum Abschluss eines langen, schönen Madagaskar-Urlaubs gehe ich mit Thorsten, Dimby, Mapie, Andrianina, Christian und Rapha im Restaurant von Mikas Mama essen. Im Restaurant entscheide ich mich für eine – riesige – Portion Min Sao, handgemachte Nudeln mit Gemüse und Fleisch. Es schmeckt hervorragend. Als Desert probiere ich den Biscuit foret noir. Der Schwarzwälder Kuchen hat übrigens mit der Schwarzwälder, die man bei uns kennt, nicht wirklich etwas zu tun. Aber lecker ist sie, wie alles Essen hier. Die Suppenportionen sind riesig, bestimmt ein halber Liter ist in den großen Boules. Das Restaurant selbst liegt direkt an einer vielbefahrenen Straße nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Es ist stockfinster draußen, und das Restaurant ist gut besucht. Wir sitzen draußen auf der überdachten Terasse, ich beobachte das Treiben auf der Straße, und genieße das gute Essen. Lautes Gehupe lässt die Restaurantbesucher aufschrecken. Ein dicker Porsche Cayenne und ein aufgemotzter Honda Civic fahren mit dröhnenden Motoren vorbei. Was die hier zu suchen haben? Wer weiß es.

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Tana

Um kurz vor Acht fahren Christian und Rapha mich zum Flughafen. Wie erwartet ist das Check-In für meinen Flug nach Paris noch in vollem Gange. Der Abschied fällt sehr schwer. Tränen kullern, und ich mag eigentlich überhaupt nicht gehen. Aber es hilft nichts, der Flieger wartet… Ich verabschiede mich von Christian, Dimby, Mapie und Thorsten.

Veloma Madagasikara.

 

 

Anmerkung:
Um das Chaos mit Air Madagascar perfekt zu machen, war in Tana niemand in der Lage, mir ein Boardticket für den Anschlussflug auszustellen. Man versprach mir aber, mein Gepäck würde durchgecheckt und das sei alles gar kein Problem. Das würde immer so laufen. Leider landeten wir in Paris so weit weg von unserer Parkposition, dass ich 20 Minuten bis zum Gate brauchte. Leider konnte ich ohne Boardticket nicht den Transfer-Bereich passieren, sondern musste den Sicherheitsbereich verlassen. Leider ist Terminal 2C zu Fuß rund 20 Minuten von Terminal 2F entfernt. Leider war das Check-In schon vorbei, als ich am Schalter ankam, und mein Gate trotz allem Bemühen der Dame am Schalter schon geschlossen. Leider kreiselte mein Gepäck noch auf dem Kofferlaufband des internationalen Flugs, denn es war nicht wie von Air Madagascar behauptet zum Transfer aufgegeben worden. Leider durfte ich natürlich nicht zurück in den Sicherheitsbereich, um mein Gepäck zu holen.

Ende der Geschichte: 250 € für einen neuen Flug nach Frankfurt, sechs Stunden länger unterwegs und das Gepäck wurde zwei Tage später geliefert, was einzig und allein auf das freundliche Bemühen einiger Air France-Mitarbeiter zurückzuführen ist. Wäre ich zu Air Madagascar gegangen wegen des Gepäcks, hätte ich es vermutlich in den nächsten Jahren nicht mehr wiedergesehen.

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