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Hallo, lieber Besucher!

Willkommen auf meiner Website rund um meine Reisen auf Madagaskar. Hier schreibe ich die kleinen und großen Dinge auf, die ich auf der roten Insel im Indischen Ozean erlebe. Ursprünglich kam ich wegen der Chamäleons nach Madagaskar, aber inzwischen komme ich auch wegen der Menschen, der Lemuren und der Natur jedes Jahr wieder zurück.

Die feine Reisekunst besteht darin,
zu einigen besonders schönen Plätzen
immer wieder einmal zurückzukehren,
bis sich in uns eine Art Heimatgefühl entwickelt,
das sie doppelt kostbar macht.
– Sigmund Graff

Madagaskar ist inzwischen so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Und ich kann die Insel nur jedem empfehlen, der sich auf ein Abenteuer einlassen will. Aber Vorsicht: Madagaskar macht süchtig. Und falls Dir etwas hier im Blog gefällt, freue ich mich natürlich sehr über Kommentare.

Viel Spaß beim Lesen!

Norden 2016

Die Insel der Tischdecken

Nosy Komba

Frühstück gibt es für mich heute wieder am Hafen. Fast die gleiche Gruppe aus Tanala, Ines, Steffi, Stefan und den Jungs sitzt wieder auf den zusammengesuchten Stühlen und Bänkchen von Mama Be im Hafen von Ankify. Für mich gibt es Bananen, für Tanala scharfen Sakay-Fisch frisch vom Grill. Die anderen werden später im Hotel abgeholt, für einige war das gestrige Frühstück wohl „zu einfach“. Ich finde es genau richtig.

Norden 2016

Schnorcheln mit Meeresschildkröten

Meeresschildkröte vor Nosy Tanikely

Heute früh verzichte ich mal wieder auf das Frühstück im Hotel. Der Großteil der Gruppe fährt mit den Jungs zum Hafen, um dort „ein bisschen anders“ zu frühstücken. Wer lieber im Hotel essen will, wird später abgeholt. Ich fahre natürlich mit an den Hafen. Wir lassen die Autos auf schrägen Parkplätzen vor einer Betonmauer stehen, und laufen ein paar Meter an Ständen vorbei und eine Treppe herunter zum kleinen Markt des Hafens. Mama Be, eine große, dicke und ältere Frau mit Zigarettenkippe im Mundwinkel, sitzt auf einem winzigen Hocker vor einem rosa Eimer mit Fischen und einer kleinen Feuerstelle mit Grill.

Norden 2016

Mit dem Boot nach Nosy Be

Ankify

Ich wache noch vor Sonnenaufgang auf, weil vor dem Bungalow Stimmen zu hören sind. Im gedämpften Ton – der offenbar nichts nutzt, ich bin ja schon wach – unterhalten sich mindestens zwei oder drei Leute direkt auf der Terasse des Bungalows. Es sind José, Ines und Tanala, die Fotos des Sonnenaufgangs machen wollen. Ich drehe mich nochmal um und schlafe weiter.

Norden 2016

Zwischen Geckos und Stechmücken

Goldstaub-Taggecko

Um sieben Uhr bin ich ausgeschlafen. Das muss man im Urlaub auch erstmal schaffen. Ich öffne die Tür des Bungalows und stolpere fast über die kläglichen Überreste einer Krabbe. Eine weiße Katze mit bunten Flecken sitzt daneben und beäugt die Beute. Na, vielen Dank auch. Ich finde lebende Krabben hübscher.

Norden 2016

Ziegen auf Taxibrousse-Dächern

Pantherchamäleon nahe Ambanja

Ich habe hervorragend geschlafen. Die Klimaanlage hat die ganze Nacht gehalten, es gab nicht einen Stromausfall. Das war mal richtig erholsam. In einem kleinen Restaurant nur ein paar hundert Meter die Straße hoch gehen wir frühstücken. In einer Palme direkt auf dem Parkplatz entdecke ich ein Furcifer oustaleti. Es ist ein Weibchen mit tollen roten Linien am Kopf. Ein paar Phelsumen tummeln sich in den anderen Palmen, sie haben hier richtig tolle, leuchtende Farben. Ein beigefarbener Renault 4, ein Taxi, fährt vorbei – die Vorderachse steht total schief, die Reifen neigen sich oben dem Auto zu und unten davon weg. Trotzdem fährt es.

Norden 2016

Der Tag der goldenen Schildkröten

Schnabelbrustschildkröte

Wieder beginnt der Morgen mit den Coquerel-Sifakas. Ich habe nach dem Frühstück noch eine kleine Mission vor. Gestern habe ich mit Durrell in Antananarivo telefoniert (auch ein Grund, weshalb ich zur Ambalabongo-Schlucht musste – nur dort gibt es Empfang) und heute darf ich mir ausnahmsweise und nach einer Menge Vorarbeit die Nachzuchtstation für Schnabelbrustschildkröten anschauen. Astrochelys yniphora ist eine der seltensten Schildkröten der Welt. Sie wird nur hier und nirgends sonst gezüchtet, um den Wildbestand im Westen Madagaskars aufrecht zu erhalten. Der ist inzwischen auf unter 200 Tiere geschrumpft.

Norden 2016

In der Ambalabongo-Schlucht

Die Ambalabongo-Schlucht von oben gesehen

Es ist wie immer früh am Morgen, als ich den Reißverschluss meines Zeltes öffne. Draußen sind schon einige unterwegs, denn die Coquerel-Sifakas sind wieder in den Bäumen über dem Campground unterwegs. Die weiß-braunen Lemuren springen hierhin und dorthin. Scheinbar suchen sie gerade nach einer guten Futterstelle. Ich tue es ihnen gleich und begebe mich zum Frühstück. Eric und Andry haben wieder Crepes gezaubert, und dazu gibt es sogar heiße Schokolade. Heute geht es zur berüchtigten Ambalabongo-Schlucht, da muss man sich vorher gut stärken.

Norden 2016

Es gibt doch Krokodile im Ravelobe

Phelsuma kochi

Um sechs Uhr bin ich schon wieder wach. Irgendwo kräht laut und ausdauernd ein Hahn. Ich schlurfe zur Morgentoilette zum Dusch- und Klohäuschen des Campgrounds. Ein Handtuch im Nacken, die Klorolle unter den Arm geklemmt, die Zahnbürste in der einen und die Kulturtasche in der anderen, wandele ich dann wieder zurück zum Zelt. Ein Abstecher in die Küche verheißt nur Gutes für’s Frühstück. Und das ist wirklich mega super!

Norden 2016

Mondlandschaften

Das nördliche Hochland... kahle, kahler, am kahlsten

Der Tag beginnt schon früh. Ich mummele mein Pain au chocolat von gestern auf. Dimby, Eric, Andry, Mika, Gris und Choa wollten eigentlich um Sechs hier sein. Aber es dauert und dauert. Der Verkehr in Tana ist heute wohl enorm dicht. Erst wesentlich später fährt der erste Toyota Landcruiser in die Einfahrt des Raphia, und nach und nach folgen die anderen. Dimby mit seinem neuen blauen Landcruiser kommt als letztes. Er hat auch José mitgebracht, der uns ebenfalls in den Norden begleiten wird. Man begrüßt sich herzlich, das Gepäck wird auf die Autodächer gehoben und in Planen verschnürt.